Aktualisiert 19.10.2004 15:48

Düsseldorfer Polizei sprengt weltweiten Dealerring

Polizei und Zoll haben in Düsseldorf einen weltweit operierenden Dealerring gesprengt und über 35 Kilogramm Drogen sichergestellt.

Die Fahnder konnten 23 Männer und Frauen im Alter von 20 bis 47 Jahren festnehmen sowie 36,5 Kilogramm Drogen im Schwarzmarktwert von einer Million Euro beschlagnahmen.

Der Kopf der Drogenbande sei ein 33-jähriger Nigerianer, der unter falscher Identität in Düsseldorf gelebt habe, berichteten die Ermittler am Dienstag. Als Schmugglerinnen habe die Gruppe «füllige» deutsche Frauen bevorzugt. Sie hätten die «heisse Ware» am Körper oder in präparierten Koffern transportiert.

Die Sonderkommission «Bombastic» hatte ein Jahr lang gegen die streng abgeschirmte Bande und insgesamt 123 Verdächtige ermittelt. Der Fall kam ins Rollen, als eine Frau mit 3,8 Kilogramm Ecstasy auf dem Weg nach Asien am Frankfurter Flughafen erwischt wurde und ein umfassendes Geständnis ablegte.

Die Ermittler stiessen bald auf ein hierarchisches Netz von Drogendealern, die mit zahlreichen gefälschten Pässen und ständig wechselnden Wohnungen und Mobiltelefonen im Raum Düsseldorf agierten.

Als Drogenumschlagplatz wurde eine konspirative Wohnung im Düsseldorfer Hafen benutzt. Der Kopf der Gruppe habe unter seinem Namen einen Doppelgänger legal angemeldet arbeiten lassen, während er selbst seinen Drogengeschäften nachging, berichteten die Ermittler.

In Deutschland habe der als Asylbewerber geduldete Grossdealer völlig unauffällig gelebt, in Nigeria sei das schmutzige Geld dagegen in grosse Villen und schnelle Sportwagen investiert worden.

(sda)

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