Exportbarometer: Düstere Aussichten für Exportwirtschaft
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ExportbarometerDüstere Aussichten für Exportwirtschaft

Die Schweizer Exportwirtschaft wird laut einer CS-Studie in den nächsten sechs Monaten von der globalen Krise hart getroffen. Vor allem Maschinen- und Metallbau werden leiden. Mittelfristig sieht es aber deutlich besser aus.

Der aktuell «äusserst pessimistische» Ausblick für 2009 sei auf die Rezession bei den wichtigsten Handelspartnern zurückzuführen, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichten Exportbarometer des Economic Research der Credit Suisse (CS). Die Krise treffe dabei die Schweiz wegen ihrer engen internationalen Verflechtung stark und das Bruttoinlandprodukt (BIP) werde dieses Jahr deutlich schrumpfen.

Die stärksten Einbussen dürften laut CS in den kommenden sechs Monaten der Maschinenbau und die Metallindustrie erleiden. Im Gegensatz zu früheren Rezessionen sei die derzeitige allerdings von aussen importiert und somit nicht das Resultat von Ungleichgewichten und Strukturproblemen.

Günstig positioniert

Insbesondere die Schweizer Exportwirtschaft sei strukturell günstig positioniert und verfüge damit mittelfristig über gute Chancen. Denn die Schweiz sei im Vergleich zu ähnlich grossen Ländern wie Österreich oder Irland bezüglich den Abnehmernationen gut diversifiziert, auch wenn die EU mit einem Anteil von 60 Prozent aller Exporte grösste Abnehmerin bleibe. Die Schweizer Exportwirtschaft verfüge zugleich über eine herausragende Qualität und Innovationsführerschaft bei vielen Produkten.

Die Studie verweist auf den so genannten Export Unit Value, also den Exportwert pro Kilogramm als Mass für die Qualität von Exportprodukten: Dieser Wert sei im Hochlohnland Schweiz äusserst hoch und stelle damit einen strategischen Erfolgsfaktor dar.

Hauptverantwortlich seien die Uhrenindustrie, die Mess- und Kontrollinstrumente, die Pharmaindustrie und der Elektronikbereich. Diesen Branchen würden denn auch vom nächsten Aufschwung als erste wieder profitieren. Die Schweiz sei also insgesamt gut positioniert, denn fast die Hälfte der Exporte stamme aus Branchen, in denen der Qualitätsvorsprung klare Wettbewerbsvorteile schaffe.

«Die Schweizer Exporteure stehen folglich auch im konjunkturellen Wellental besser da als Nationen, die über den Preis konkurrenzieren. Auf Qualität und Innovation können die Abnehmer nicht ohne weiteres verzichten, was eine Abwanderung zu kostengünstigeren Wettbewerbern erschwert», heisst es.

Hohen inländischen Wertschöpfungsanteil

Die Studie verweist im weiteren auf den im internationalen Vergleich weiterhin hohen inländischen Wertschöpfungsanteil an der Gesamtproduktion. Während Nationen wie Deutschland Teile ihrer Produktion vermehrt ins Ausland verlagerten, könnten Schweizer Unternehmen dank niedriger Steuern und flexiblerem Arbeitsmarkt ihre Produktion eher im Inland belassen.

Das Exportbarometer misst die Veränderungen des Industrieklimas in den 28 wichtigsten Exportdestinationen und verdichtet die Informationen zu einer Prognose für die nächsten sechs Monate. Bei dieser Analyse der Exportelastizitäten zeigt sich laut CS, dass die Auslandkonjunktur einen bedeutend stärkeren Einfluss auf das Volumen der Schweizer Ausfuhren hat als die Stärke des Frankens. (dapd)

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