Nachfrageeinbruch: Düstere Wolken über Schweizer Skigebieten

Aktualisiert

NachfrageeinbruchDüstere Wolken über Schweizer Skigebieten

Die Wirtschaftskrise dürfte in dieser Wintersaison voll einschlagen und den Schweizer Skiorten ein empfindliches Minus an zahlenden Gästen bescheren. Grund: Die hohe Arbeitslosigkeit im In- und Ausland vertreibt bei den Touristen die Ferienstimmung.

Die Zahl der Hotelübernachtungen ab diesem November bis Ende kommenden April dürfte im Vergleich zu letztem Winter um 3,7 Prozent sinken, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Vor allem die Hotelnachfrage durch ausländische Gäste dürfte nochmals einen kräftigen Rückgang erleiden und um 5,1 Prozent zurückgehen.

Die Binnennachfrage zeige sich zwar deutlich stabiler, werde aber voraussichtlich ebenfalls um 1,9 Prozent sinken, teilte das Seco aufgrund einer Prognose der Konjunkturforschungsstelle BAK Basel Economics mit. Hauptgrund für das Fernbleiben der Gäste sei die steigende Arbeitslosigkeit. Sie wirke sich negativ auf die Konsumentenstimmung und speziell auf die Tourismusnachfrage aus. Mit einer schnellen Erholung könne nicht gerechnet werden. Für die Sommersaison 2010 müsse bei den Hotelübernachtungen mit einem Minus von 1,7 Prozent gerechnet werden.

Schon 2009 war unerfreulich

Das vergangene Tourismusjahr 2009 - von November 2008 bis Ende Oktober 2009 - verlief laut BAK Economics unerfreulich. Gemäss neuesten Schätzungen ging die Zahl der Hotelübernachtungen um 5,7 Prozent zurück. Ein ähnlich starker Einbruch wurde seit dem Zweiten Weltkrieg erst einmal, nämlich im Tourismusjahr 1995, registriert, wie es hiess. Vor allem die ausländische Nachfrage sei im vergangenen Jahr mit einem Minus von 7,6 Prozent kräftig eingebrochen.

Mit einer Erholung sei erst mittelfristig zu rechnen: Gegen Ende 2010 dürfte der Schweizer Tourismus wieder in die Wachstumszone zurückkehren, schreibt das Seco. Für das Tourismusjahr 2011 gehe BAK Basel Economics von einem Anstieg der Nachfrage von 1,9 Prozent aus. Und 2012 dürfte die Zahl der Hotelübernachtungen dann mit 3,9 Prozent wieder deutlich zulegen, so die Prognose. Vor allen für die Auslandnachfrage werde dann mit einem Anstieg um 5,8 Prozent eine sehr dynamische Entwicklung erwartet: Nach drei mageren Jahren werde 2012 ein Aufholprozess stattfinden. Auch dürften sich 2011 und 2012 die gestiegenen Investitionen in der Schweizer Hotellerie bezahlt machen und Impulse liefern, hiess es.

Auch Bergbahnen werden Krise spüren

Die Schweizer Bergbahnen hätten bisher der Krise getrotzt, bekämen sie aber im kommenden Winter zu spüren, hiess es weiter. Im vergangenen Tourismusjahr 2009 übertrafen die Bergbahnen demnach ihr herausragendes Ergebnis vom Vorjahr sogar: Ihre realen Verkehrserträge stiegen nämlich um 0,1 Prozent. Doch dieses hohe Niveau könne kommendes Jahr nicht gehalten werden. Erwartet werde ein Rückgang von 5,8 Prozent. Die Gründe lägen einerseits bei der belastenden Wirtschaftlage, andererseits bei einem Gegeneffekt zur vergangenen Wintersaison. So profitierten die Bergbahnen letzten Winter vom späten Zeitpunkt der Osterferien kombiniert mit genügend Schnee. Dieser Effekt falle 2010 weg, schreibt das Seco. (dapd)

Deine Meinung