Lebenszeichen: Duftende Ameisen leben
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LebenszeichenDuftende Ameisen leben

Ameisen produzieren Duftstoffe, mit denen sie sich als lebendige Tiere ausweisen. Dadurch verhindert sie, dass ihre Nestkollegen sie auf den Friedhof der Kolonie abtransportieren.

Bisher wurde angenommen, dass die Insekten die Verwesung riechen und daraufhin ihre Toten abtransportieren. Denn Ameisen und andere staatenbildenden Insekten wie Honigbienen verfahren so mit ihren toten Artgenossen. Dadurch verhindern sie die Verwesung in der Kolonie und die Ansteckung mit möglicherweise gefährlichen Krankheiten.

Argentinische Ameisen tragen ihre Toten bereits innerhalb der ersten Stunde nach deren Tod weg – zu einer Zeit, in der noch keine Verwesungsgerüche festzustellen sind, beobachteten die Forscher. Vielmehr stellten sie fest, dass alle Ameisen einen Grundgeruch haben, der die Artgenossen zum Abtransport animiert. Lebendige Ameisen übertünchen diesen Geruch jedoch mit einem anderen Duft, der Vitalität signalisiert.

Duftstoff baut sich nach dem Tod ab

Die Wissenschaftler identifizierten zwei chemische Stoffe, Dolichodial and Iridomyrmecin, die von der Argentinischen Ameise in einer Drüse am Hinterleib produziert und gespeichert werden. Sterben die Tiere, bauen sich diese Duftstoffe ab und sind nach etwa 40 Minuten für andere Ameisen nicht mehr zu riechen. Das Leben und nicht den Tod zu riechen, bringt den Insekten zwei Vorteile. Zum einem können sie Tote so eher identifizieren und aus dem Nest schaffen. Zum anderen umgehen sie das Problem fälschlicherweise als tot betrachtet zu werden, wenn sie zum Beispiel auf der Futtersuche mit Duftstoffen in Berührung kommen, die andere Ameisen zum Wegtragen animieren.

Bele Boeddinghaus, wissenschaft.de

Forschung um Dong-Hwan Choe von der Universität von Kalifornien in Riverside publiziert in der Fachzeitschrift «PNAS» (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.0901270106).

Forschung um Dong-Hwan Choe von der Universität von Kalifornien in Riverside publiziert in der Fachzeitschrift «PNAS» (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.0901270106).

Forschung um Dong-Hwan Choe von der Universität von Kalifornien in Riverside publiziert in der Fachzeitschrift «PNAS» (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.0901270106).

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