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Amtlich bestätigtDufthersteller Givaudan stinkt zum Himmel

Der Duftmittel-Hersteller Givaudan in Dübendorf sorgt für gerümpfte Nasen. Im Auftrag des Stadtrats wurde darum die Geruchsbelastung gemessen – mit eindeutigem Ergebnis.

Das Logo des Aromen- und Duftstoffe-Herstellers Givaudan in Dübendorf, Kanton Zuerich, aufgenommen am 16. April 2013.  (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Das Logo des Aromen- und Duftstoffe-Herstellers Givaudan in Dübendorf, Kanton Zuerich, aufgenommen am 16. April 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Übermässig – mittel – unerheblich: Diese Gestanksabstufungen haben Fachleute des kantonalen Amtes für Wald, Energie und Landschaft (Awel) in der Umgebung der Firma Givaudan in Dübendorf festgestellt. Für den Stadtrat ist klar: Es braucht Massnahmen, wie er am Freitag mitteilte.

Im Juni und Juli 2014 führte die Hochschule für Technik Rapperswil in Zusammenarbeit mit dem Awel Messungen der Geruchsbelastung im Umfeld des Aromen- und Duftstoffe-Herstellers Givaudan durch. Den Auftrag dazu hatte der Stadtrat gegeben. Wie er in der Mitteilung schreibt, erfolgte die Untersuchung per Befragung der Anwohnerinnen und Anwohner aus fünf unterschiedlichen Gebieten sowie in Referenzgebieten.

Jahrelange Klagen

In einem Gebiet stellten die Fachleute eine übermässige Belastung fest, in drei Gebieten eine mittlere. In einem Gebiet war die Belastung unerheblich – gleich wie in den Referenzgebieten. «Aufgrund der übermässigen Belastung im Nahbereich der Firma» seien Massnahmen notwendig, schreibt der Stadtrat.

Die Klagen der Anwohner über den Gestank aus der Fabrik sind bei Weitem nicht neu – sie werden seit Jahren immer wieder laut. Unabhängig von den jüngsten Untersuchungen habe die Firma denn auch schon Massnahmen geplant und teilweise eingeleitet, heisst es in der Mitteilung.

Neue Anlagen sollen Abhilfe schaffen

Vorgesehen seien technische Projekte wie etwa die Erneuerung der Biofilteranlage oder eine neue Wertstoffsammelstelle mit Anschluss an die Abluftanlage. Vorangetrieben werden sollen aber auch Forschungsprojekte, die eine geringere Geruchsbelästigung der Umgebung zum Ziel haben. Die Sanierungsmassnahmen sollen gemäss Stadtrat 2016 abgeschlossen sein. Dann werde die im letzten Sommer durchgeführte Untersuchung als Erfolgskontrolle wiederholt.

Ende Oktober hatte ein fünfter runder Tisch zum Thema stattgefunden. Die Interessengemeinschaft Stinkfabrik zeigte sich laut Mitteilung erfreut, dass nun zum ersten Mal konkrete Resultate vorlägen, welche die Firma Givaudan zu weiteren Massnahmen verpflichteten. Die IG wolle sich aber auf jeden Fall weiter aktiv für eine Verbesserung einsetzen. Der nächste runde Tisch ist für Sommer 2015 geplant. (sda)

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