Aktualisiert 09.08.2011 22:46

Scotland-Yard-BerichtDuggan hat nicht auf Polizisten geschossen

Es gibt keine Beweise dafür, dass der 29-jährige Mark Duggan, dessen Tod durch eine Polizeikugel Auslöser für die Gewalt in London war, auf einen Polizisten geschossen hat. Die Polizei sprach zuvor von Notwehr.

von
kub

Die Polizei in Tottenham hat nicht in Notwehr getötet, schreibt Spiegel Online mit Bezug auf die Nachrichtenagentur dpa. Laut Untersuchungen von Scotland Yard hat der 29-jährige Mark Duggan nicht auf die Polizei geschossen. Am Tatort seien keine Geschosse gefunden worden, die aus der Waffe von Duggan stammten.

Zuerst stellte die Polizei die Situation so dar, dass der Londoner am vergangenen Donnerstag das Feuer eröffnet habe. Der Polizeischütze habe aus Notwehr gehandelt, als er ihm in einem Taxi sitzend in die Brust schoss. Diese Version war von der Familie des Toten angezweifelt worden. Jetzt hat sich also herausgestellt, dass die Polizisten gelogen haben. Die Glaubwürdigkeit der britischen Polizei hat einen Tiefpunkt erreicht.

Duggans Familie hatte am Samstag zu einer Demonstration gegen die Polizei aufgerufen. Die Ansammlung vor der Wache im Londoner Bezirk Tottenham hatten Randalierer als Anlass für gewalttätige Krawalle genommen. Von Tottenham breitete sich die Gewalt auch auf andere Stadtteile aus.

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