Aktualisiert 18.05.2005 10:25

Durch diese Hohle Gasse muss er kommen

Die Hohle Gasse in Küssnacht - angenommener Ort für Tells Tyrannenmord - ist attraktiver geworden.

Für rund 850 000 Franken wurde die Erinnerungsstätte saniert und mit einem Info-Pavillon ergänzt. Am Freitag wird sie offiziell eröffnet.

Die Medien wurden am Mittwoch über die Sanierung informiert. Der historische Hohlweg, der romantischste Teil der Gedenkstätte, wurde um 80 Meter verlängert. Parallel dazu wurde ein rollstuhlgängiger Weg angelegt. Der Vorplatz zur Tellkappelle wurde angehoben, um 100 Quadratmeter erweitert und mit einem Sandsteinbrunnen ergänzt.

Wichtigste Neuheit ist der Ausstellungspavillon, der so genannte Infopoint. Er informiert in fünf Sprachen (deutsch, französisch, italienisch, romanisch und englisch) über die Bedeutung der Hohlen Gasse als Verkehrsweg, über Tell-Sage und -Mythos, über Schillers Einfluss auf die Verbreitung und über die Geschichte der Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse.

Mit der Sanierung der Hohlen Gasse war im November 2004 begonnen worden. Die Kosten belaufen sich auf rund 850 000 Franken. Den grössten Beitrag daran leistete der Kanton Schwyz mit 250 000 Franken. Neben Spenden von Privaten und aus der Wirtschaft leisteten auch der Bund und die Mehrheit der Kantone Beiträge.

Im Besitz der Schweizer Schuljugend

Zurückgehalten mit Beiträgen haben sich laut Hans Grossrieder, Verwalter der Hohlen Gasse, die Westschweizer Kantone. Man werde aber bei der Eröffnung am Freitag deren Fahnen trotzdem aufziehen.

Die Errichtung einer eigentlichen Erinnerungsstätte in der Hohlen Gasse geht auf die dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Um den Charakter des Weges zu erhalten und die Verlegung einer dort geplanten Überlandstrasse zu finanzieren, hatte die Schweizer Schuljugend 1934 Geld gesammelt.

So gehört die Hohle Gasse eigentlichen den Schweizer Schülern und Schülerinnen. Verwaltet wird sie von einer Stiftung. Seit Jahrzehnten schlug sich diese mit der Idee einer Sanierung herum. Der Zustand des Ortes war unbefriedigend und wenig attraktiv.

Anstoss zur Sanierung durch Orkan Lothar

Der entscheidende Anstoss kam 1999 durch höhere Gewalt. Orkan Lothar machte auch vor der Hohlen Gasse nicht Halt und hinterliess einen verheerenden Waldschaden. Die historische Stätte blieb danach während mehreren Wochen gesperrt. Eine Sanierung war nun nicht mehr zu umgehen.

Die Hohle Gasse ist eine unter Bundesschutz gestellte Anlage von nationaler Bedeutung. Auch als historischer Verkehrsweg ist sie von nationaler Bedeutung.

Offiziell eröffnet wird die sanierte Hohle Gasse am kommenden Freitagnachmittag. Unter anderen werden Ständeratspräsident Bruno Frick und Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz daran teilnehmen.

(sda)

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