Altersdemenz: Durchbruch bei der Alzheimer-Diagnose
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AltersdemenzDurchbruch bei der Alzheimer-Diagnose

Belgische Forscher haben eine Methode entwickelt, die Hinweise darauf gibt, wer später von der gefürchteten Alzheimer-Krankheit befallen werden könnte.

von
dhr
Hirnatrophie aufgrund der Alzheimer-Krankheit (l.), gesundes Hirn (r.)

Hirnatrophie aufgrund der Alzheimer-Krankheit (l.), gesundes Hirn (r.)

Die neurodegenerative Krankheit, die vor allem ältere Personen heimsucht, kann in Zukunft dank der Analyse von Eiweissen in der Rückenmarksflüssigkeit zuverlässiger diagnostiziert werden.

Die von belgischen Wissenschaftlern unter der Leitung von Geert De Meyer entwickelte Diagnose-Methode kann zudem sicher voraussagen, welche Patienten mit bereits vorhandenen Gedächtnisproblemen an Alzheimer erkranken werden. Und — was das breite Publikum wohl am meisten interessiert — sie soll auch bei gesunden Menschen frühe Anzeichen der gefürchteten Krankheit feststellen können.

Korrekte Diagnose

«Die unerwartete Anwesenheit von Alzheimer-Markern bei mehr als einem Drittel von kognitiv normalen Personen lässt vermuten, dass die Krankheit früher als bisher angenommen aktiv und nachweisbar ist», schreiben De Meyer und seine Kollegen von der Universität von Gent, die ihre Ergebnisse im Fachmagazin «Archives of Neurology» publizierten.

Indem sie bei mehr als 400 alten Menschen Spuren der Proteine Beta Amyloid und Tau in der Rückenmarkflüssigkeit massen, gelang es den Wissenschaftlern, bei 90 Prozent der Erkrankten Alzheimer korrekt zu diagnostizieren. Bei Patienten, die an Gedächtnisproblemen litten, konnten sie jene zu 100 Prozent bestimmen, die danach innerhalb von fünf Jahren an Alzheimer erkrankten. Bei 36 Prozent der Personen mit normaler Hirnfunktion entdeckten die Forscher die Proteine ebenfalls.

Derzeit kann nur eine Autopsie die Krankheit, an der weltweit etwa 26 Millionen Menschen leiden, mit Sicherheit nachweisen. Die Analyse von Proteinen und bildgebende Verfahren werden bei der Diagnose aber immer wichtiger.

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