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Sommer 2009Durchnässtes Tessin - Schnee in den Bergen

Die Schweiz hat eine weitere Regennacht erlebt. Besonders betroffen war das Tessin. Obwohl auf dem Campingplatz Agno einige Zelte unter Wasser stehen, trotzen Leser-Reporter Andy Aberhaden und seine Kollegen dem Wetter: «Wir bleiben»! In den Bergen gab es wegen der gefallenen Temperaturen Schnee.

von
rub

«Sieben bis acht Zelte stehen unter Wasser», berichtet Leser-Reporter Abederhalden vom Campingplatz Agno im Tessin. Passiert sei offenbar niemandem etwas. Die Leute hätten sich in Sicherheit gebracht. «Einige sind jetzt dabei, die überfluteten Zelte abzubrechen und herumschwimmende Gegenstände einzusammeln», sagt Abderhalden. Er und seine Kollegen wollen aber noch bleiben. «Unser Zelt ist in Sicherheit».

Nasse Sonnenstube

Am stärksten betroffen von den starken Niederschlägen war das Tessin. In Lugano fielen seit Freitag insgesamt 178 Millimeter Regen. In Costa Borgnone wurden sogar 188 Millimeter gemessen, wie MeteoNews mitteilte. Aufkommender Nordwind wird aber am Samstag im Tessin für eine rasche Wetterbesserung sorgen.

Beim Fluss Ticino in Bellinzona vervierfachte sich der Abfluss zwischen Freitag und Samstag morgen knapp. Der Pegel des Lago Maggiore bei Locarno stieg zwar stark an, lag aber noch unter der Hochwassermarke von 195 Metern.

Nördlich der Alpen muss hingegen noch bis am Abend auf eine Wetterberuhigung gewartet werden. Seit Freitagabend fiel in der Zentral- und Ostschweiz am meisten viel Regen - in Hinterrhein GR 99 Milimeter, in St. Gallen 83 Milimeter und in Gais AR 79 Milimeter und in Engelberg 74 Milimeter.

Schnee in den Bergen

Im Laufe der Nacht sank die Schneefallgrenze immer weiter ab, wie SF Meteo am Samstag mitteilte. In der Surselva im Bündnerland schneite es sogar bis auf 1400 Meter über Meer. In Davos und Arosa lag am Samstagmorgen ein Schäumchen Schnee. Schneebedeckt sind auch einige Alpenpässe - so etwa der Gotthardpass.

Im Laufe des Tages werde die Schneefallgrenze auf 2000 Meter über Meer steigen, teilte MeteoNews mit. Im Flachland wird es aber nicht wärmer als 17 Grad.

Hochwasser - Rheinschiffahrt eingestellt

In Folge der starken Niederschläge der letzten Tage führen zahlreiche Flüsse der Schweiz Hochwasser. An der Thur und anderen Flüssen wurde Hochwasseralarm ausgelöst. Grössere Schäden wurden bis Samstagvormittag aber keine gemeldet.

Nach Angaben des Bundesamtes für Umwelt BAFU mass man an der Thur bei Halden am Freitag 10 Uhr noch einen Wasserabfluss von 12.53 Kubikmeter pro Sekunde, am Samstagmorgen 02.50 Uhr waren es 630 und um 10 Uhr 527.83 Kubikmeter pro Sekunde.

Die kantonale Notzentrale von Thurgau bot Feuerwehren auf, die die Gewässer kontrollierten. Der Verlauf des Hochwassers wurde aber als unproblematisch bezeichnet.

Im Kanton Bern traten verschiedene Bäche wie die Simme über die Ufer. Zwischen Frutigen und Adelboden verschüttete am Freitag ein Erdrutsch die Hauptstrasse, der Verkehr musste wechselseitig geführt werden.

Beim Rhein in Rheinfelden verdoppelte sich der Abfluss zwischen Freitag und Samstag morgen. Die Rheinschifffahrt ist am Samstag in Basel wegen Hochwassers eingestellt worden. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Sperrung im Verlauf des Sonntags wieder aufgehoben werden kann.

Die Schifffahrt durch Basel ist wegen der Durchfahrt unter der Mittleren Brücke bereits um 5.15 Uhr eingestellt worden, wie es bei der Revierzentrale der Schweierischen Rheinhäfen Basel am Samstag auf Anfrage hiess. Um 11.10 Uhr wurde auch der Abschnitt zwischen Basel und Kembs gesperrt, weil der Pegelstand in Basel-Rheinhalle die kritische Marke von 8.20 Meter erreichte.

$$VIDEO$$ (rub/sda)

30 Kilometer Stau Richtung Süden

Auf insgesamt 30 Kilometer haben sich am Samstagvormittag in der Schweiz die Autos in Richtung Süden gestaut. Um durch den Gotthardtunnel zu fahren, mussten die Reisenden eine Wartezeit von fünf Stunden in Kauf nehmen. Nach Angaben von Viasuisse war gegen 11 Uhr die Kolonne vor dem Nordportal des Gotthardtunnels 20 Kilometer lang. Als wenig attraktiv bot sich die Alternativ-Route über den Gotthard an. Auf dem Pass liegt Schnee. Der Touring Club Schweiz empfahl Winterausrüstung.

Weitere zehn Kilometer Stau kamen vor dem Zollübergang in Chiasso hinzu. Noch kein Stau, aber stockender Kolonnenverkehr vermeldete Viasuisse auf der Autobahn A13 zwischen Chur-Süd und dem Isla-Bella- Tunnel.

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