Trunksucht: «Durstiger» Abwart muss blechen
Aktualisiert

Trunksucht«Durstiger» Abwart muss blechen

Ein Stadtzürcher Schulhausabwart fährt immer wieder sturzbetrunken mit seinem Auto herum und baut Unfälle. Nun wurde der Rückfalltäter zu einer hohen, teilbedingten Geldstrafe von 21 600 Franken verurteilt. Die Hälfte muss er bezahlen.

von
Attila Szenogrady

Er habe mit seiner Trinkerei nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine Ehe aufs Spiel gesetzt, erklärte der langjährige Schulhausabwart kürzlich vor dem Bezirksgericht Zürich. Tatsächlich fiel die bisherige Bilanz des trinkfreudigen Angeklagten ernüchternd aus. So wurde er seit 1987 immer wieder mit Alkohol am Steuer von der Polizei erwischt. 2004 baute er gar massiv angetrunken eine Streifkollision.

2,35 Promille am Nachmittag

Letztmals schlug der heute 59-jährige Aargauer am 9. Oktober 2006 zu. Mitten am Nachmittag wich er in Zürich-Wiedikon einer Velofahrerin aus und krachte an der Martastrasse ausgerechnet in zwei parkierte Luxusfahrzeuge der Marken Chrysler und Mercedes hinein. Die polizeilich angeordnete Blutprobe beim äusserlich unauffälligen Lenker brachte ein erstaunliches Ergebnis an den Tag. Der fleissige Schulhausabwart hatte um 16 Uhr nicht weniger als 2,35 Promille (!) Alkohol im Blut. Er habe bereits am Mittag viel Bier getrunken, lautete dafür seine Erklärung.

Verteidiger für Milde

Die Staatsanwaltschaft verlangte wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie Nichtbeherrschen des Fahrzeugs eine hohe, unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 120 Franken sowie 300 Franken Busse. Womit der Angeklagte insgesamt 21 900 Franken abliefern sollte - die Gerichtskosten nicht eingerechnet.

Die Verteidigung plädierte für Milde und setzte sich für eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 100 Franken sowie eine Busse von 1500 Franken ein.

Hohe Geldstrafe und ambulante Therapie

In seinem nun eröffneten Urteil ist das Gericht dem Angeklagten etwas entgegengekommen. So hat es bei der Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 120 Franken nur die Hälfte für vollziehbar erklärt. Dennoch wird es für den Blaufahrer sehr teuer. Neben den 10 800 Franken soll er eine Busse von 300 Franken entrichten und für die bedeutenden Gerichtskosten von über 8100 Franken aufkommen. Zudem ordnete das Gericht eine ambulante Therapie für einen Alkoholentzug an.

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