Vermieter reduzieren Heiztemperaturen – das sagt die Community

Publiziert

Energiekrise «Duschen macht jetzt keine Freude mehr»

Erste Verwaltungen senken die Heiztemperaturen – und Leser*innen klagen über Kälte. Doch viele Mitglieder der Community empfinden diese Kritik als übertrieben. 

von
Gabriela Graber
1 / 7
Wer es gern warm hat, wird in nächster Zeit vielleicht vermehrt zu Wollsocken und der Wärmeflasche greifen müssen: Erste Verwaltungen haben damit begonnen, die Heiztemperaturen zu beschränken.

Wer es gern warm hat, wird in nächster Zeit vielleicht vermehrt zu Wollsocken und der Wärmeflasche greifen müssen: Erste Verwaltungen haben damit begonnen, die Heiztemperaturen zu beschränken.

20min/Simon Glauser
Die 30-jährige Monika aus St. Gallen friert bereits jetzt. «Ich bin mir sicher, die Verwaltung hat die Heizungen limitiert, ohne uns Bescheid zu geben», sagt sie. (Symbolbild)

Die 30-jährige Monika aus St. Gallen friert bereits jetzt. «Ich bin mir sicher, die Verwaltung hat die Heizungen limitiert, ohne uns Bescheid zu geben», sagt sie. (Symbolbild)

20min/Simon Glauser
Bei Gina (48) aus Zürich. habe eine einwöchige Temperaturmessung der Verwaltung eine Durchschnittstemperatur von 19 Grad ergeben.

Bei Gina (48) aus Zürich. habe eine einwöchige Temperaturmessung der Verwaltung eine Durchschnittstemperatur von 19 Grad ergeben.

20min/Simon Glauser

Darum gehts 

Aufgrund der Energiekrise beginnen erste Vermieter*innen damit, die Heiztemperaturen zu reduzieren – oder Heizungen ganz auszuschalten. So auch ein Vermieter aus dem Kanton St. Gallen, der seine Mieter*innen brieflich darüber informiert habe, dass er ihre Heizungen auf maximal 21 Grad einstelle. Gleichzeitig werde er für jede Wohnung ein bis zwei Elektroöfen leihweise zur Verfügung stellen. 

Laut Leserin Monika (30) ist dies kein Einzelfall. Ihr Heizungsmonteur habe darüber geplaudert, dass er in letzter Zeit viele Aufträge von Verwaltungen habe: «Er erzählte, dass er in vielen Häusern jetzt die Heiztemperaturen direkt im Keller beschränkt – ohne dass die Mieterinnen und Mieter das mitbekommen», so die St. Gallerin. Trotz des Besuchs des Monteurs friert Monika, die an Rheuma leidet, nachts weiterhin. Auch die Verwaltung von Gina (48) stelle nachts Heizungen aus, sagt die Zürcherin. Eine einwöchige Temperaturmessung der Verwaltung habe eine Durchschnittstemperatur von 19 Grad ergeben. «Aber anstatt die Heizung einzustellen, hat mir der Hauswart einfach einen zweiten Elektroofen gebracht», sagt die 48-Jährige.

«Zieht euch wärmer an, trinkt Tee»

Heizen, weniger heizen, was ist zu kalt, was ist tolerierbar? Darüber diskutiert die Community in der Kommentarspalte rege: 

«Ich habe meine Heizung gar noch nicht an. Was machen diese Menschen denn im Winter?», kommentiert princessayana. User Lupa3 sieht dies ähnlich: «Es ist noch nicht mal Winter und die Leute jammern schon. Zieht euch wärmer an, trinkt Tee.» Und auch User Mazzi findet: «Das ist doch nicht schlimm, mit 19 Grad lebt es sich sehr gut.» – «Frostig wird es meines Erachtens erst unter 0 Grad Celsius. Verbringt mal eine Nacht auf der Parkbank im Winter, dann wisst ihr, was Frieren bedeutet», so meineMeinung1. 

Mehrere Leser*innen teilen diese Ansicht nicht. User einmalmehr etwa findet, dass 20 Grad im Wohnzimmer schon zu kalt seien: «Da fühl ich mich nicht wohl. Im Schlafzimmer ist es okay.» User greentouch kommentiert: «Jeder Mensch ist anders. Während 20 Grad den einen nichts ausmacht, sind sie für andere deutlich zu kalt.» Auch Leserin Philomena33 sorgt sich: «Anscheinend denkt bei all dem Sparen niemand an alte und kranke Menschen, die etwas mehr Wärme brauchen. Ich bin auch fürs Energiesparen, aber dies bitte mit Vernunft!» 

«Elektroöfen sind die grössten Stromfresser aller Zeiten»

«Weniger heizen geht ja noch, man kann ja einen Pulli oder eine Jacke anziehen», schreibt User Realist123. Jedoch gebe es bei ihm im Moment auch kein warmes Wasser mehr. «Duschen macht jetzt keine Freude mehr.» Auch User Friedenauferden findet es keine gute Idee, die Heiztemperaturen zu reduzieren: «Ich wohne seit zehn Jahren in einem Bauernhaus. Bei 19 Grad kommt es zu Feuchtigkeit, egal, ob man lüftet oder nicht. Ich muss jetzt schon jedes Jahr den Schimmel entfernen lassen.»

Viele Mitglieder der Community sind von der Strategie der beiden Vermieter, den Mieter*innen Elektroheizungen zur Verfügung zu stellen, nicht überzeugt: «Beim Gas und Heizöl sparen, dafür den Stromverbrauch bis an die Decke erhöhen? Wie verkehrt ist das denn!», so Betty151. Dem pflichtet GrussAusDerKüche bei «Elektroöfen sind die grössten Stromfresser aller Zeiten.»

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

Deine Meinung

127 Kommentare