«Dustin war ein kleines Ferkel»
Aktualisiert

«Dustin war ein kleines Ferkel»

Vor vierzig Jahren teilten sie sich als unbekannte Schauspieler eine Wohnung in New York. Heute sind Dustin Hoffman (66) und Gene Hackman (74) Weltstars. In «Runaway Jury» stehen sie zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera.

Gene Hackman, wie war Dustin Hoffman denn damals als WG-Partner?

Gene Hackman: Soll ich das wirklich sagen? Dustin war ein kleines Ferkel. Vom Putzen hielt er nicht gerade viel.

Dustin Hoffman: Danke fürs Kompliment. Die Wohnung war ja auch nicht im besten Zustand. Ich schlief wegen Platzmangel auf dem Küchenboden. Und weil die Badewanne in Genes Zimmer stand, musste ich immer warten, bis er frühstückte, damit ich meine Morgentoilette machen konnte.

Haben Sie bereits damals von Hollywood geträumt?

Hackman: Wir waren schon froh, wenn wir auf einer kleinen Off-Broadway-Bühne stehen konnten.

Hoffman: Ich hätte sogar einen lebenslangen Vertrag mit einem kleinen Theater unterzeichnet. So beschissen war die Lage.

Sie haben es aber dann doch nach Hollywood geschafft ...

Hoffman: … Hollywood hatte offenbar einen Mangel an Schauspielern (lacht).

Hackman: Es braucht für den Erfolg immer etwas Glück. Ich drehte einen meiner ersten Filme, «The Graduate», und wurde gefeuert. Ich dachte, das wars. Warren Beatty hörte aber davon und engagierte mich für «Bonnie und Clyde» – mein Durchbruch.

Im Gerichts-Thriller «Runaway Jury» geht es um Waffengesetze und Korruption. Sie beide spielen unterschiedliche Anwälte. Gene Hackman ist der Bösewicht und Dustin Hoffman der Idealist. Zufall?

Hoffman: Ich war schon immer mehr der Naivling.

Hackman: Für mich ist es bereits die dritte Bösewicht-Rolle in einer John-Grisham-Verfilmung. Ich habe Übung darin.

Simone Ott, Los Angeles

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