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Dutroux filmte Vergewaltigungen

Mehrere pornografische Videos und selbst gefilmte Vergewaltigungsszenen haben die Fahnder im Haus des belgischen Kinderschänders Marc Dutroux und bei seinem mutmasslichen Komplizen Michel Nihoul gefunden.

Dutroux habe auch zahlreiche Fotos nackter und halb nackter junger Mädchen besessen, sagte Cheffahnder Michel Demoulin am 14. Prozesstag gegen Dutroux und drei Mitangeklagte vor dem Schwurgericht von Arlon. In dem Prozess geht es um die Entführung und Misshandlung von sechs Mädchen, von denen vier während ihrer Gefangenschaft starben.

Unter anderem habe Dutroux die Vergewaltigung zweier junger Slowakinnen aufgenommen, sagte der Zeuge. Vor diesen Handlungen, für die der Hauptangeklagte sich in Arlon ebenfalls verantworten muss, habe Dutroux die Mädchen offensichtlich betäubt.

Von anderen Opfern, darunter der lebend aus seinem Kellerverlies befreiten Sabine Dardenne, machte Dutroux den Angaben zufolge Fotos mit einer Sofortbildkamera. Diese seien zwar teurer als normale Fotos, müssten aber nicht zum Entwickeln gegeben werden, sagte Demoulin.

Über 1000 Fotos

In den Wohnungen der Angeklagten wurden laut Polizei insgesamt 1150 Fotos und 950 Negative beschlagnahmt. Die Ermittler fanden auch Medikamente, darunter Schlaf- und Betäubungsmittel. In dem Kellerverlies, in dem Dutroux seine Opfer gefangen hielt, wurden Verhütungsmittel mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum gefunden.

Bei dem ebenfalls angeklagten Michel Nihoul, der mehrfach wegen Betrugs im Gefängnis sass, stellten die Fahnder 57 Videokassetten sicher. Einige von ihnen hätten pornografische Inhalte.

Keine Fotos oder Filme mit pornografischen Szenen fanden die Fahnder hingegen bei dem Mitangeklagten Michel Lelièvre und im Haus des ermordeten Dutroux-Komplizen Bernard Weinstein.

(sda)

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