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Dutroux-Geschworene: Beratungen dauern an

Die Beratungen der zwölf Geschworenen im Prozess gegen den mutmasslichen belgischen Mädchenmörder Marc Dutroux haben bis zum Dienstag kein Ergebnis gebracht.

Die acht Frauen und vier Männer befanden sich nach Angaben eines Gerichtssprechers weiterhin in der Militärkaserne Bastin ausserhalb von Arlon, wo sie über Schuld oder Unschuld der vier Angeklagten in 243 Punkten entscheiden mussten. Wann ein Ergebnis vorliegt, ist ungewiss.

Kontakt mit der Aussenwelt dürfen die Geschworenen bis zu ihrer Entscheidung nicht haben. Die Kaserne wurde von Polizei und Militär weiträumig abgesperrt. Zudem durften die Geschworenen Telefon, Internet-Anschluss oder Fernsehen nicht nutzen. Neben einem Beratungsraum standen ihnen ein Speisesaal und jeweils ein Zimmer mit Bad zur Verfügung.

Die Entscheidung über Schuld oder Unschuld der Angeklagten muss nicht einstimmig fallen. Lautet das Ergebnis acht zu vier, ist die Entscheidung getroffen. Bei einem Ergebnis von sieben zu fünf müssen der Vorsitzende Richter und seine beiden Beisitzer die Entscheidung überprüfen. Ein sechs zu sechs bedeutet Freispruch. Ist sich die Jury einig, tritt im Anschluss das Gericht zusammen, um das Ergebnis bekannt zu geben.

Danach muss die Jury gemeinsam mit den drei Richtern über das Strafmass entscheiden. Dutroux muss sich wegen Entführung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung von sechs Mädchen verantworten, von denen vier getötet wurden. Zudem ist er des dreifachen Mordes angeklagt. Dem 47-Jährigen droht eine lebenslange Haftstrafe.

Mitangeklagt wegen Beteiligung an den Taten sind seine Exfrau Michelle Martin, sein Komplize Michel Lelièvre und der Geschäftsmann Michel Nihoul. Martin und Lelièvre drohen bis zu 30 Jahren Haft, Nihoul könnte für 20 Jahre hinter Gitter kommen. (dapd)

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