Dutroux leugnet: Wollte die Mädchen beschützen
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Dutroux leugnet: Wollte die Mädchen beschützen

Kinderschänder Marc Dutroux leugnet die ihm zur Last gelegten Mädchenmorde und Vergewaltigungen. Er macht ein Pädophilennetz für die Taten verantwortlich.

Dutroux äusserte sich gestern erstmals in dem Prozess in Arlon. «Ich wollte nicht, dass dies geschieht», sagte der 47-Jährige in der Befragung. Er habe die Mädchen vielmehr vor Missbrauch schützen wollen und deshalb das Versteck in einem Kellerverlies gebaut. Dass vier der sechs Mädchen in der Gefangenschaft starben, fände er «im Übrigen bedauerlich».

Die Staatsanwaltschaft wirft Dutroux vor, sechs Mädchen entführt und vergewaltigt und vier ermordet zu haben. Dutroux machte jedoch ein Pädophilennetz für die ihm zur Last gelegten Fälle verantwortlich, das unter dem Schutz von Personen aus Polizei und Politik gestanden habe.

Als Beispiel für die Verschwörungsthese sagte Dutroux, dass an der Entführung der beiden Mädchen An und Eefje im Sommer '95 zwei ihm unbekannte Männer beteiligt gewesen seien. Diese hätten sich später als Polizisten entpuppt.

Dutroux räumte aber ein, zwei überlebende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Einem der Mädchen habe er nach dem Oralsex Bonbons gegen den Geschmack des Spermas gegeben.

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