Dutroux-Prozess: Erste Aussage eines Opfers
Aktualisiert

Dutroux-Prozess: Erste Aussage eines Opfers

In einer mit Emotionen überfrachteten Gerichtsanhörung hat gestern erstmals eines von zwei überlebenden Opfern des mutmasslichen Kindermörders Marc Dutroux ausgesagt.

Sabine Dardenne begegnete Dutroux zum ersten Mal seit fast acht Jahren. Er hatte sie am 28. Mai 1996 auf dem

Schulweg entführt. In ihrer rund einstündigen Aussage hatte die junge Frau zuvor geschildert, wie Dutroux sich ihr während der 80-tägigen Gefangenschaft als «Freund» und «Beschützer» darstellte.

Er habe sie glauben gemacht, dass ein «böser Chef» sich an ihrem Vater rächen und sie töten wolle. Dutroux aber habe ihr das Leben gerettet und sie versteckt, obwohl ihre Eltern nicht das geforderte Lösegeld in Höhe von ein oder zwei Millionen belgischen Francs für sie zahlen wollten. Im Gegenzug verlangte er, dass die Zwölfjährige sich vergewaltigen liess. Dafür fesselte er das nackte Mädchen mit einer Kette um den Hals an sein Bett.

Die Aussagen von Sabine Dardenne waren für zwei Angehörige von Opfern offenbar zu viel: Pol Marchal, Vater der getöteten An, und Patricia Martin, Mutter der überlebenden Laetitia Delhez, mussten wegen eines Schwächeanfalls ins Spital eingeliefert werden. (sda)

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