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Dutroux-Prozess: Nihouls Alibi zweifelhaft

Im Prozess gegen den mutmasslichen Mädchenmörder Marc Dutroux hat ein Cheffahnder die Alibis des Mitangeklagten Michel Nihoul in Zweifel gezogen.

Nihoul habe der Polizei insgesamt fünf Versionen für seinen Aufenthalt am Vortag der Entführung des letzten Dutroux-Opfers Laetitia Delhez gegeben. Diese seien «überraschend, unbeständig und strittig» gewesen, sagte der Fahnder Raymond Drisket vor dem Schwurgericht in Arlon am Donnerstag.

«Nichts erlaubt die Feststellung, dass Michel Nihoul am 8. August 1996 nicht in Bertrix gewesen ist», sagte der Polizist, der die Spurensuche zur möglichen Beteiligung des Angeklagten an den Entführungen leitete.

Von Dutroux angeklagt

Der Hauptangeklagte Dutroux hatte am Mittwoch erklärt, Nihoul habe ihm an jenem Tag in der südbelgischen Kleinstadt Bertrix Anweisungen zur Entführung eines Mädchens gegeben. Nihoul bestreitet dies. In dem Prozess geht es um die Entführung von insgesamt sechs Mädchen, von denen vier qualvoll starben.

Am kommenden Dienstag wird das Schwurgericht bei einem Ortstermin im Dutroux-Haus von Marcinelle bei Charleroi den Keller besichtigen, in dem der Hauptangeklagte seine Opfer eingesperrt hielt. Mit mehreren Bussen sollen sowohl Richter, Geschworene und andere Prozessparteien als auch eine begrenzte Öffentlichkeit an den Tatort fahren.

Wie in einer ordentlichen Gerichtssitzung dürfen die 30 zugelassenen Journalisten während der gesamten Fahrt von und nach Arlon weder telefonieren noch auf andere Art Nachrichten übermitteln.

(sda)

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