Dutroux schreibt Brief an Medien
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Dutroux schreibt Brief an Medien

In einem maschinengeschriebenen Brief aus dem Gefängnis an eine TV-Station beschuldigt der angeklagte Kinderschänder Dutroux wiederum ein unbekanntes Netzwerk.

In einem maschinengeschriebenen Brief aus dem Gefängnis, der den belgischen Privatsender AB3 erreichte, beschuldigte der vorbestrafte Entführer und Vergewaltiger wiederum ein unbekanntes Netzwerk.

Die organisierte Kriminalität sei so tief in den Staatsapparat eingedrungen, dass niemand diese Missstände mehr anzuklagen wage, behauptete Dutroux in seinem Brief.

In dem Brief hiess es weiter, er habe keine sexuelle Neigung zu Kindern oder Jugendlichen. Die Vergewaltigung der zwölfjährigen Sabine Dardenne nannte Dutroux einen «Ausrutscher».

Er habe sich in jener Zeit sehr einsam gefühlt. Dutroux hatte das Mädchen im Sommer 1996 entführt, mehr als elf Wochen in ein Kellerverlies gesperrt und wiederholt vergewaltigt.

Psychopath statt Pädophiler

Auch Psychologen haben Dutroux bescheinigt, kein Pädophiler im engen Wortsinn zu sein, da er seine perversen Triebe nicht nur bei Mädchen, sondern auch bei Frauen zu befriedigen sucht.

Allerdings zeichnen sie den gelernten Elektriker als hoch gefährlichen Psychopathen, der andere zu manipulieren und zu beherrschen sucht und dabei vor keiner Form der Gewalt zurückschreckt.

Im Mittelpunkt des Prozesses geht es um die Entführung von insgesamt sechs Mädchen im Alter zwischen 8 und 19 Jahren. Vier Opfer starben während ihrer Gefangenschaft qualvoll.

Ein Urteil wird Mitte Juni erwartet. Am nächsten Dienstag will Dutrouxs Hauptverteidiger Xavier Magnée sein Plädoyer halten und dabei auf die Netzwerktheorie eingehen.

(sda)

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