UNICEF entsetzt: Dutzende Kinder im Krieg grausam verstümmelt
Aktualisiert

UNICEF entsetztDutzende Kinder im Krieg grausam verstümmelt

Im gewaltsamen Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik werden laut dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF immer mehr Kinder misshandelt und getötet.

In den letzten zwei Monaten seien mindestens 133 Kinder in Zentralafrika getötet und grausam verstümmelt worden, erklärte UNICEF. Es gebe sogar bestätigte Berichte über Kinder, die enthauptet worden seien. UNICEF-Mitarbeiter vor Ort seien «entsetzt» über die «Grausamkeit» gegen Kinder und über die Straflosigkeit für diese Verbrechen, hiess es in einer Erklärung vom Freitag.

Kinder würden in dem Konflikt wegen ihrer Religion oder Herkunft «zunehmend» zur Zielscheibe. Nach Angaben von UNICEF können viele verletzte Kinder wegen der gewaltsamen Auseinandersetzungen nicht einmal ins Spital gebracht werden.

«Straflosigkeit muss enden»

Ein Land, in dem Erwachsene brutal unschuldige Kinder angriffen und ungestraft blieben, habe «keine Zukunft», sagte der zuständige Regionaldirektor, Manuel Fontaine, in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui. «Die Straflosigkeit muss enden», fügte er hinzu.

In Zentralafrika herrscht Chaos, seit das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Séléka im März den Präsidenten François Bozizé stürzte. Rebellenchef Michel Djotodia wurde Übergangspräsident und löste die Séléka offiziell auf, doch sind die Milizen nach wie vor aktiv.

Auch christliche Anti-Balaka-Milizen, die sich zur Verteidigung gegen die Séléka gegründet hatten, werden inzwischen für zahlreiche Gewalttaten gegen Muslime verantwortlich gemacht. Am Mittwoch hatte Präsidentin Catherine Samba Panza angekündigt, gegen die Anti-Balaka «in den Krieg ziehen» zu wollen.

(sda)

Tausende auf der Flucht

Muslime fliehen angesichts der jüngsten Massaker aus der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui in den Tschad. In einigen Fahrzeugen in dem Konvoi seien mehr als zehn Menschen eingepfercht, sagte ein Reporter der Nachrichtenagentur AP am Freitag. Die meisten Vertriebenen wollen in das Nachbarland Tschad, das vor allem muslimisch geprägt ist.

In Zentralafrika herrscht seit einem Putsch muslimischer Rebellen vor knapp einem Jahr Chaos. Muslimische und christliche Milizen bekämpfen sich. Die muslimisch geführte Regierung brach im Januar zusammen, seither scheinen christliche Kämpfer die Oberhand zu gewinnen. Tausende afrikanische und französische Soldaten versuchen, die Ordnung wieder herzustellen.

Anfang der Woche hatten Vereinte Nationen und Amnesty International gewarnt, dass die Abwanderung der Muslime aus dem Land einer «ethnischen Säuberung» gleichkomme.

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