Unruhen im Jemen: Dutzende Tote bei Kämpfen mit Extremisten
Aktualisiert

Unruhen im JemenDutzende Tote bei Kämpfen mit Extremisten

Der Jemen kommt auch nach dem Machtwechsel nicht zur Ruhe - im Gegenteil. Die Übergriffe von islamistischen Extremisten nehmen laufend zu.

Bewaffnete Männer im Jemen: Bei Kämpfen sind über 60 Menschen gestorben.

Bewaffnete Männer im Jemen: Bei Kämpfen sind über 60 Menschen gestorben.

Bei Gefechten zwischen Extremisten und Soldaten im Süden Jemens sind Militärangaben zufolge 64 Menschen getötet worden. Die Kämpfe hätten am Montagmorgen begonnen, als Al-Kaida nahestehende Extremisten eine Militärbasis in der Stadt Lawdar in der Provinz Abjan angegriffen hätten.

Laut Anwohnern und Angehörigen der Streitkräfte wurden 40 Aufständische und 18 Soldaten, darunter ein Oberst, bei den Gefechten getötet. Zudem seien sechs Zivilpersonen, die an der Seite der Streitkräfte kämpften, ums Leben gekommen.

Seit dem von den USA und Saudi-Arabien eingefädelten Amtsantritt von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi im Februar haben die Übergriffe von Islamisten deutlich zugenommen. Hadi hatte ein massives Vorgehen gegen Al-Kaida angekündigt.

Er soll nach den Vorstellungen der Regierungen in Washington und Riad verhindern, dass die Kaida nahe der wichtigen Erdöltransportroute Fuss fasst. Gegen mutmassliche Stellungen der Extremisten setzen die USA Drohnen und Raketen ein.

Flughafen blockiert

Auch in anderen Landesteilen muss sich Hadi um die Sicherheit sorgen. Am Freitag hatte er Gefolgsleute seines Vorgängers Ali Abdullah Saleh aus der Militärspitze entlassen. Daraufhin blockierten Saleh-Anhänger für einen Tag den Flughafen der Hauptstadt Sanaa.

Al-Kaida-Kämpfer weiteten unterdessen ihren Einfluss im Süden des Landes aus, wo sie zeitweise auch die Stadt Lawdar kontrollierten. Am Montag wurden in Aden, der früheren Hauptstadt Südjemens, ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt.

Die jemenitische Zentralregierung ist durch monatelange Proteste der Opposition geschwächt. Diese führten schliesslich vor sechs Wochen zum Rücktritt von Saleh, der das Land während 33 Jahren regiert hatte. Hadi hatte unter Saleh viele Jahre lang als Vizepräsident gedient. (sda)

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