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SpanienDutzende Verletzte bei Bombenexplosion

Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos sind etwa 60 Menschen leicht verletzt worden. Hinter dem Attentat wird die baskische ETA vermutet. Wie durch ein Wunder wurde niemand getötet.

von
jeb

An dem Gebäude und an angrenzenden Häusern sei schwerer Sachschaden entstanden, teilten die Behörden mit. Eine Seitenwand der 14-stöckigen Kaserne sei fast komplett eingestürzt. Alle Fenster seien zerborsten. Die Kaserne sei evakuiert worden und Feuerwehrleute gingen durch das Gebäude.

Die Bombe war in einem Lieferwagen versteckt, den die Terroristen hinter der Kaserne der Guardia Civil abgestellt hatten. Der Sprengsatz detonierte am Mittwochmorgen gegen 4 Uhr. Die Guardia Civil ist ein bevorzugtes Anschlagsziel der ETA.

Keine Warnung

Im Gegensatz zu früheren Anschlägen ging diesmal nach ersten Erkenntnissen kein Warnanruf ein. Dies deute darauf hin, dass die Terroristen so viel Schaden anrichten wollten wie möglich. Es sei ein «Wunder», dass niemand getötet wurde, sagte ein Sprecher der Regionalregierung von Kastilien-León.

Viele der Beamten seien mit ihren Familien bereits in den Ferien gewesen. Dennoch seien unter den Verletzten auch mehrere Frauen und Kinder, teilten die Rettungsdienste mit. Die meisten von ihnen erlitten Schnittwunden durch umherfliegende Glassplitter. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Durch die Wucht der Detonation gingen in der Gegend auch einige Wasserleitungen zu Bruch.

Mit Anschlägen gerechnet

Das spanische Innenministerium hatte mit einem Anschlag der ETA gerechnet, weil die Organisation an diesem Freitag ihren 50. Jahrestag begeht. Sie war am 31. Juli 1959 in Bilbao gegründet worden. Die ETA hat in den vergangenen Wochen bereits mehrere Attentate verübt und am 19. Juni nahe Bilbao einen Polizeikommissar getötet.

Die ETA kämpft für einen unabhängigen Baskenstaat und hat seit ihrem ersten tödlichen Anschlag 1968 fast 850 Menschen umgebracht. Sie gilt derzeit dank der Polizeierfolge der vergangenen Monate als stark geschwächt. In der Bevölkerung verliert sie zunehmend den Rückhalt für ihre gewalttätigen Methoden.

Gemäss Fachleuten versucht die Organisation derzeit zu beweisen, dass sie immer noch Anschläge durchführen kann. Im April war der Militärchef der Separatisten, Jurdan Martitegi, in Südfrankreich festgenommen worden.

Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero hatte die Friedensverhandlungen mit der ETA 2006 nach einem Anschlag auf den Flughafen von Madrid abgebrochen. Die EU ordnet die Gruppe als terroristische Organisation ein. (jeb/sda)

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