Interview: Dwele: «Bei Frauenbesuch höre ich nicht meine Musik»

Aktualisiert

InterviewDwele: «Bei Frauenbesuch höre ich nicht meine Musik»

Er operiert an der Schnittmenge zwischen Soul, Hip-Hop und Jazz: Der Detroiter Sänger Andwele «Dwele» Gardner (26) erzeugt auf seinem neuen Album Stimmungen für besondere Momente.

Deine Beats sind komplex und einzigartig. Worauf achtest du da?

Dwele: Ich möchte Beats machen, die niemand kopieren kann. Ausserdem glaube ich, dass kleine Fehler wichtig sind. Das Unperfekte macht einen Song aus. Die Musik heutzutage ist zu sauber, zu perfekt. Die hinkenden Beats geben meiner Musik eine persönliche Note.

Du hast auf dem Album ein Lied, das «A Pimp's Dream» heisst. Träumst du wirklich davon, ein Zuhälter zu sein?

Dwele: Ich meine damit eher, einfach ein gutes Leben zu leben. Alles zu haben, was ich brauche. Ein schönes Auto, schöne Kleider und nur schöne Frauen um mich herum. Also eigentlich das Leben, das ich momentan führe (lacht laut). Nein, das war nur ein Scherz.

Deine Musik ist so entspannt und gefühlvoll – perfekt für intime Momente. Was hörst du, wenn du wütend bist?

Dwele: Dann schliesse ich mich ins Studio ein und mache selbst Musik. Ich lasse meine Wut an meinen Instrumenten aus.

Hörst du deine eigene Musik, wenn du Frauenbesuch hast?

Dwele: Nein, das geht nicht. Ich habe das vor langer Zeit mal ausprobiert, aber das hat gar nicht geklappt. Dann kann ich mich nämlich nicht mehr auf das konzentrieren, was direkt vor mir passiert, sondern fange an, die Musik zu analysieren.

Adrian Schräder

Sonntag, 30.10., Konzert, Dwele, Rote Fabrik.

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