Admir Mehmedi: «Dynamo Kiew zählt auf mich»
Aktualisiert

Admir Mehmedi«Dynamo Kiew zählt auf mich»

Admir Mehmedi (21) hat sich in die erste Elf von Dynamo Kiew zurückgekämpft. Heute hofft er auf einen Einsatz in der Champions League, wie er im Interview verrät.

von
Sandro Compagno

Admir Mehmedi, Sie haben am Samstag gegen Metalist Charkow von Beginn weg gespielt. Hat Trainer Oleg Blochin rotiert?

Admir Mehmedi: Nein, nein! Das war eigentlich die Stammaufstellung. Es war schön, mal wieder von Beginn weg zu spielen, aber schade, dass wir verloren haben.

In der aktuellen Saison war das Ihr erster Einsatz von Beginn an.

Ja, aber das habe gar nicht als dramatisch empfunden. Sieben bis acht Spieler unseres Kaders sitzen jeweils auf der Tribüne, ich aber war immer im Aufgebot und kam auch regelmässig rein. Das zeigt, dass man bei Dynamo auf mich zählt.

Was hat sich mit dem Trainerwechsel von Juri Semin zu Oleg Blochin verändert?

Blochin achtet auf jedes Detail, arbeitet sehr akribisch. Er setzt auf Disziplin und harte Arbeit. Wir trainieren mehr als unter seinem Vorgänger, gerade auch im physischen Bereich.

Sie haben mir einmal erzählt, in Kiew sei der Teufel los, wenn Dynamo nur Zweiter wird. Jetzt sind Sie Dritter, zwölf Punkte hinter Schachtjor Donezk ...

Es ist eine schwierige Situation für uns. Die Stimmung im Klub ist nicht gut, wir stehen unter Druck, auch in der Champions League gegen den FC Porto.

Dort könnten Sie sich heute mit einem Sieg in eine ausgezeichnete Ausgangslage bringen.

Das ist richtig. Aber in Porto muss man erst mal gewinnen. Mit drei Punkten wären wir voll dabei, aber wir könnten auch mit einem Punkt gut leben.

Wo klemmt es bei Dynamo?

Wir haben zu Beginn der Saison gegen Schachtjor zuerst in der Meisterschaft, kurz darauf auch im Cup verloren. Dadurch sind wir in eine Negativspirale geraten. Mittlerweile sind wir in einer Situation, in der jeder unserer Fehler gleich bestraft wird. Es ist nicht so, dass unsere Leistungen schlecht sind. Aber im Fussball zählen nur die Resultate.

Sie sind jetzt seit neun Monaten in der Ukraine. Wenn Sie nochmals vor der Wahl stünden, würden Sie wieder zu Dynamo Kiew wechseln?

Ganz klar, ja! Es war der richtige Entscheid. Ich bin erst 21 und sehe meine Karriere als Prozess. Ich kann doch nicht erwarten, zu einem Grossklub zu wechseln und in jedem Spiel 90 Minuten auf dem Platz zu stehen. Wer von Fussball etwas versteht, der weiss das. Ich arbeite hart an mir und bin überzeugt, dass ich mich durchsetzen werde. Ich zweifle nicht an mir.

In der Nati sind Sie für Trainer Ottmar Hitzfeld aber nicht erste Wahl.

Aber ich werde für jeden Zusammenzug aufgeboten und komme immer mal wieder zum Einsatz. Herr Hitzfeld hat mich nicht vergessen.

Sie haben 2011 die U21-EM gespielt und sind danach beim FC Zürich in ein Formtief gerutscht. 2012 haben Sie das Olympische Fussball-Turnier bestritten und schon wieder keine Sommerpause gehabt. Ist das nicht ermüdend?

Natürlich spüre ich das. Aber seien wir ehrlich: Wir Fussballer führen ein sehr schönes Leben. Nur weil ich zweimal keine Sommerferien hatte, kann ich mich doch nicht beklagen!

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