Bundesliga-Bomber: Dzeko trifft für Wolfsburg, wenn es wichtig ist
Aktualisiert

Bundesliga-BomberDzeko trifft für Wolfsburg, wenn es wichtig ist

Der VfL Wolfsburg ist Leader der Bundesliga. In dieser Woche rumorte es in der VW-Metropole allerdings gewaltig, als der Wechsel von Trainer Magath zu Schalke offiziell wurde. Im Saisonfinale können die «Wölfe» aber auf Knipser Edin Dzeko zählen.

von
Herbie Egli

Beim VfL Wolfsburg spricht man im Normalfall vom Schweizer Nationalgoalie Diego Benaglio, vom Torschützenkönig Grafite oder vom Spielmacher Misimovic. Seit dem letzten Bundesligaspiel und dem klaren 4:0-Sieg gegen Hoffenheim ist aber ein Name hinzugekommen: Der von Edin Dzeko.

Drei Tore in 13 Minuten

Lange Zeit stand der 23-jährige Bosnier im Schatten der Mitspieler, doch mit drei Toren in nur 13 Minuten gegen die TSG Hoffenheim machte er wieder auf sich aufmerksam. Wieder, denn hinter seinem Teampartner Grafite ist Edin Dzeko inzwischen die Nummer 2 in der Torjägerliste der Bundesliga und hat auch international bereits kräftig zugeschlagen: Seine Trefferquote in Deutschland ist inzwischen bei 19 angelangt – und für sein Heimatland Bosnien traf er sagenhafte neun Mal in nur 15 Spielen. Dennoch bleibt Dzeko bescheiden und verzichtet auf grosse Sprüche, obwohl er sowohl die Meisterschale als auch die Torjägerkrone in Griffweite hat.

Auf dem falschen Fuss erwischt

Sein Noch-Trainer Felix Magath ist als harter Hund bekannt – und seine Vorgaben sind für die Spieler ein Gesetz. «Wir schauen nur von Spiel zu Spiel», wiederholte der Bosnier als gefragter Interviewpartner seine offizielle Aussage zu den Titelträumen des VfL. Dumm nur, wenn der Boss dann unverhofft die Strategie ändert und sich zum Titelgewinn bekannt hat. Als Dzeko mit Magaths Aussagen konfrontiert wurde, fielen ihm beinahe die Augen aus dem Kopf: «Ehrlich? Hat er das wirklich gesagt?» Doch der dreifache Torschütze aus dem Hoffenheim-Spiel blieb vorsichtig. Er sagte anschliessend lieber nichts mehr als etwas Falsches.

Grafite ist mehr als ein Teamkollege

So schwer es ist, die «Magathschen» Disziplinregeln einzuhalten, so kollegial ist der Umgang mit seinen Mitspielern. Auf dem Feld sind Misimovic und Josue die Rudelführer der Wölfe, doch neben dem grünen Rasen haben die Sturmpartner Grafite und Dzeko auch sonst viel gemeinsam. Der brasilianische Stürmer sagt daher auch über seinen Teamkollegen: «Wir liegen menschlich auf einer Wellenlänge und haben eine ähnliche Spielweise. Das passt gut.»

Dzekos sportliche Perspektiven

Das Jahr 2007 brachte Edin Dzeko den internationalen Durchbruch: In Tschechien wurde er 2007 zum besten Ausländer der Liga gewählt und wechselte daraufhin für 2,5 Mio Euro in die Bundesliga. In der Nationalmannschaft Bosniens gab er ebenfalls im Sommer 2007 sein Debüt und wurde dort sofort zu einer festen Grösse. Zuvor durchlief Dzeko auch alle Junioren-Teams seines Landes.

Unabhängig von Meisterschaft und Torjägerkrone kann sich der Bosnier auch weitere Ziele stecken, denn spätestens seit seinem Tor-Hattrick gegen Hoffenheim gibt es auch namhafte Interessenten aus dem Ausland. Teamkollege und Freund Grafite sagt daher auch: «Edin ist noch jung und wird sich enorm weiterentwickeln. Er hat alles, um einer der besten europäischen Angreifer zu werden. Für mich ist klar, dass er sich langfristig in einer europäischen Spitzenmannschaft etablieren wird.»

Deine Meinung