Mobilität - E-Auto, Hybrid oder Benziner? Das musst du wissen – Teil 2
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MobilitätE-Auto, Hybrid oder Benziner? Das musst du wissen – Teil 2

Der Vormarsch der Elektroautos ist nicht zu bremsen. Worauf solltest du beim Kauf eines Autos mit Stecker achten? Dies und mehr erfährst du im zweiten Teil der Miniserie.

von
Jan Graber
Die technologische Entwicklung schreitet bei Elektroautos rasend voran. Umso genauer sollte beim Kauf hingeschaut werden.

Die technologische Entwicklung schreitet bei Elektroautos rasend voran. Umso genauer sollte beim Kauf hingeschaut werden.

Frank Molter/dpa

Darum gehts

  • Beim Kauf eines E-Autos oder eines Hybriden sollte genau hingeschaut werden.

  • Die Häufigkeit und die Strecken bestimmen, welche Batterie nötig ist.

  • Die Abschreibung von E-Autos ist nicht zwingend höher als bei Verbrennern.

  • Die Batterien werden laufend besser, den Solid-State-Batterien könnte die Zukunft gehören.

Der Fahrzeugmarkt ist im Umbruch: Zwar machen Benzin- und Dieselfahrzeug immer noch den grössten Anteil der verkauften Neuwagen aus. Der Vormarsch von Elektroautos ist indessen nicht mehr zu bremsen, bald einmal dürften Verbrennermotoren zu Relikten einer kaum vorstellbaren fossilen Ära zählen.

Doch worauf solltest du beim Kauf eines Autos unter Strom achten? Im ersten Teil hast du erfahren, für wen sich ein E-Auto eignet, und wer besser auf einen Hybriden setzt. Im zweiten Teil klären wir zusammen mit Valentin Pirovano vom Auto-Leasing- und Abo-Shop gowago.ch zudem, wie es um den Handel mit Gebrauchtwagen steht, und mit welchen technologischen Entwicklungen zu rechnen ist.

#6 – Worauf solltest du bei der Anschaffung eines E-Autos oder Hybrids achten?

Zunächst musst du dein Fahrprofil definieren: Welche Reichweite und Batteriekapazität benötigst du? Wo ist das Fahrzeug im Einsatz, und welche Antriebsart macht Sinn? Wichtig ist die Ladeinfrastruktur: Wo kannst du wie schnell laden? Selbst bei Plugin-Hybriden, für die geringe Ladeleistungen reichen, sollte die eigene Ladestation aufgrund der elektrischen Zukunft mindestens 11KW liefern. Zusätzlich lohnt es sich, die Verkaufsförderungsaktionen der Kantone im Auge zu behalten.

#7 – Verlieren E-Autos als Gebrauchtwagen nicht zu viel an Wert?

Jeder Neuwagen verliert zu Beginn am meisten Wert – egal ob Verbrenner oder Auto mit Stecker. Studien haben aber gezeigt, dass E-Autos ab einer Reichweite von 400 Kilometern zukunftssicher sind und trotz fortschreitender Technologie nicht überdurchschnittlich an Wert verlieren. Verbrenner büssen hingegen zunehmend an Attraktivität ein: Einerseits zeichnen sich Verbrennerverbote in Städten und für Neuwagen ab, andererseits kommen immer mehr elektrische Fahrzeuge auf den Markt. Alleine bis 2025 sind rund 450 neue elektrische Modelle angekündigt.

#8 – Was gilt es beim Kauf eines gebrauchten E-Autos zu beachten?

Das Herzstück ist die Batterie. Leider bieten aktuell nur die Hersteller die Möglichkeit, den Lebenszustand der Batterie zu messen. Die Fachhochschule Bern und der TCS suchen jedoch nach Möglichkeiten, unabhängige Testmöglichkeiten einzurichten.

Apropos Akkus: Batterien, die zu alt für den Einsatz im Auto sind, können in der Gebäudetechnologie weiterhin problemlos zur Speicherung von Strom eingesetzt werden. Tesla gibt an, dass sich bis zu 92 Prozent der Batterien rezyklieren lassen.

#9 – Welche Technologie ist bei den E-Autos besonders spannend?

Aktuell sind E-Autos mit Solid-State-Batterien in Entwicklung. Für die ersten Modelle in der Oberklasse dürften allerdings die meisten Portemonnaies zu dünn sein. Zudem nimmt die Energiedichte der Li-ion Batterien konstant zu und die Kosten pro kWh ab.

#10 – Welche Tendenzen zeichnen sich ab?

Der Anteil der Autos mit Stecker beträgt bei gowago.ch aktuell 15 Prozent, Tendenz steigend. Bei drei Vierteln dieser Fahrzeuge handelt es sich um reine Elektroautos, beim Rest um Hybride. Am meisten werden immer noch Benziner und Dieselfahrzeuge angeschafft.

Leasing oder Abo?

Vielen haben nicht genügend Geld auf dem Konto, um einen Neuwagen aus eigener Tasche zu berappen. Aber nicht nur deshalb ist hierzulande das Leasing von Autos beliebt. Immer mehr etabliert sich auch das Auto-Abo. Geleaste und abonnierte Autos können nach Ablauf des Vertrags an den Verleiher zurückgegeben werden.

Der Werteverlust wird über die Leasing- oder Abo-Gebühr bezahlt, wodurch der Kaufpreis des Wagens am Ende höher liegt, als wenn das Auto direkt gekauft würde. Das Leasing bietet sich laut Valentin Pirovano von gowago.ch vor allem für jene an, die dasselbe Auto fest für drei oder mehr Jahre fahren möchten. Das teurere Abo eignet sich für alle, die das Fahrzeug nur begrenzte Zeit brauchen oder unkompliziert auf die stets neuesten Modelle wechseln möchten.

Leasing oder Abo können auch zur Absicherung Sinn machen, denn drohende Fahrverbote, neue Technologien und Änderung der Nachfrage führen zu unsicheren Restwertentwicklungen.

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