05.12.2019 20:07

Grosse Fortschritte

E-Autos sind sauberer, als Kritiker wahrhaben wollen

E-Auto-Gegner monieren, dass bei der Batterieproduktion sehr viel CO2 anfällt. Doch laut einer neuen Studie hat sich die Umweltbilanz deutlich verbessert.

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Ist ein strombetriebenes Fahrzeug wirklich ökologischer als eines mit Benzin- oder Dieselmotor?

Ist ein strombetriebenes Fahrzeug wirklich ökologischer als eines mit Benzin- oder Dieselmotor?

Keystone/Urs Flüeler
Schliesslich verursacht die Herstellung der Batterie und die Erzeugung des Stroms beachtliche CO2-Emissionen, wie unter anderem eine Studie schwedischer Forscher aus dem Jahr 2017 zeigte.

Schliesslich verursacht die Herstellung der Batterie und die Erzeugung des Stroms beachtliche CO2-Emissionen, wie unter anderem eine Studie schwedischer Forscher aus dem Jahr 2017 zeigte.

Keystone/Branden Camp
Die Wissenschaftler des schwedischen Umweltforschungsinstituts IVL haben nun noch einmal nachgerechnet – und kommen zu einem anderen Ergebnis.

Die Wissenschaftler des schwedischen Umweltforschungsinstituts IVL haben nun noch einmal nachgerechnet – und kommen zu einem anderen Ergebnis.

IVL/PD

Haben Elektroautos wegen der aufwendigen Produktion der Batterien kaum ökologische Vorteile gegenüber konventionellen Fahrzeugen? Eine Studie, die vor zwei Jahren erschienen war, hatten Gegner der E-Mobilität so ausgelegt. Nun zeichnen neue Daten derselben Forscher ein ganz anderes Bild.

Bei der Produktion der Batterien von Elektroautos werden laut der neuen Studie inzwischen weniger klimaschädliche Gase ausgestossen als vielfach angenommen. Einer der Hauptgründe dafür sei, dass die Produktionsstätten vergrössert worden seien und bei voller Kapazität liefen, was sie effizienter mache, erklärte Erik Emilsson vom schwedischen Umweltforschungsinstitut IVL.

Nutzung erneuerbarer Energien

Auch der Gebrauch fossilfreier Energieträger spiele eine wesentliche Rolle. Laut IVL ist die Verwendung erneuerbarer Energien bei der heutigen Batterieproduktion zwar weiterhin relativ gering ausgeprägt, ihr Anteil nimmt aber zu.

Gemäss den IVL-Berechnungen entstehen bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien im Durchschnitt zwischen 61 und 106 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde produzierter Batteriekapazität. Bei einer IVL-Studie im Jahr 2017 waren es im Mittel noch 150 bis 200 Kilogramm gewesen.

Ganz entlastet sind die Batterien nicht

Das Umweltforschungsinstitut IVL hat den Bericht im Auftrag der schwedischen Energiebehörde erstellt. In der Untersuchung weisen die Autoren darauf hin, dass es bei den Emissionen für Batterien weiter viele Unsicherheiten gebe – bessere Daten seien besonders hinsichtlich der Rohmaterialien und der Herstellung bestimmter Batteriekomponenten nötig.

Die schwedische Studie aus dem Jahr 2017 (kann hier als PDF heruntergeladen werden) hatte für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Gegner der E-Mobilität sahen in ihr einen Beleg dafür, dass Elektroautos so gut wie keinen Umwelt-Vorteil verglichen mit konventionellen Fahrzeugen hätten. Der jetzige Bericht stellt ein Update des damaligen dar.

Verbrennungsmotor tut nichts fürs Klima

Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin gibt zu bedenken, dass künftig nicht nur der Betrieb, sondern auch die Herstellung der Fahrzeuge und der Batterien völlig klimaneutral erfolgen müsse, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einhalten zu können.

Klar sei, dass sich mit einem Festhalten am Verbrennungsmotor keinerlei Klimaziele erreichen liessen, so der Professor für Regenerative Energiesysteme. «Alle neueren Studien zeigen, dass Elektroautos, die mit dem normalen Strommix betrieben werden, bereits heute geringe Klimaschutzvorteile haben», so Quaschning. Bei überwiegend grünem Strom ergäben sich sogar schon deutliche Klimaschutzvorteile. (fee/sda)

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