19.12.2018 20:28

Ökobilanz

E-Bike schadet der Umwelt mehr als Zugfahren

E-Bikes und E-Autos werden als umweltschonend angepriesen. Doch so ökologisch sind sie gar nicht, wie eine Studie zeigt. Bahnfahren ist deutlich umweltfreundlicher.

von
vro
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Eine Untersuchung des Bundes zeigt, dass E-Bikes und E-Autos die Umwelt stärker belasten als beispielsweise das Zugfahren.

Eine Untersuchung des Bundes zeigt, dass E-Bikes und E-Autos die Umwelt stärker belasten als beispielsweise das Zugfahren.

Umweltbericht2018/mobitool 2.0
Beim E-Bike schlagen unter anderem die kurze Lebensdauer und die geringere Anzahl der gefahrenen Gesamtkilometer zu Buche. Im Vergleich dazu ist die Herstellung aufwendig.

Beim E-Bike schlagen unter anderem die kurze Lebensdauer und die geringere Anzahl der gefahrenen Gesamtkilometer zu Buche. Im Vergleich dazu ist die Herstellung aufwendig.

Keystone/Walter Bieri
Besonders die Produktion der Batterien ist wenig ökologisch.

Besonders die Produktion der Batterien ist wenig ökologisch.

Keystone/Walter Bieri

Wer statt des E-Bikes den Zug nimmt, tut der Umwelt einen Gefallen. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Umweltbericht des Bundes. Da zudem meist normale Velofahrer statt Autofahrer auf E-Bikes umsatteln würden, falle die Ökobilanz schlechter aus, berichtet der Tages-Anzeiger (Bezahlartikel). Ein weiterer Grund ist die kürzere Lebensdauer bei E-Bikes und somit auch die geringere Anzahl gefahrener Gesamtkilometer. Die Herstellung fällt somit noch stärker ins Gewicht.

Doch auch E-Autos sind nicht besser: Im Hinblick auf die gesamte Umweltbelastung schneiden sie schlechter ab als Hybridautos. Grund für die schlechte Umweltbilanz ist die energieintensive Herstellung der Batterien. Die Produktion eines Akkus für einen Tesla Modell S stösst beispielsweise rund 17 Tonnen CO2 aus, rechnet die Zeitung vor. Ein normales Auto könnte für diese Bilanz ein paar Jahre gefahren werden. Auch das Recycling-Verfahren der Batterien sei aufwendig, schreibt die Zeitung. Da ein Akku eines E-Autos zudem rund 300 Kilogramm wiegt, beeinflusst er auch den Energieverbrauch beim Fahren, denn die Batterie eines Hybridautos wiegt lediglich rund 40 Kilogramm.

Ein weiterer Aspekt, der die Ökobilanz beeinflusst, ist der Kopf der Autofahrer. Denn wer glaubt, ein umweltfreundliches Fahrzeug zu besitzen, benutzt dieses auch häufiger, zeigt eine norwegische Studie. Gemäss Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (Astra), kann das sogar dazu führen, dass der Verkehr künftig noch zunimmt.

Der Umweltbericht des Bundes hat verschiedene Umweltbelastungen untersucht. Dazu zählen etwa Lärm, Landverbrauch oder Luftverschmutzung. In der Untersuchung ging man von Fahrzeugen im Flottendurchschnitt mit einer mittleren Belegung aus. Bei den E-Autos wurde mit einem Ökostrom-Mix zum Aufladen gerechnet.

In der Branche wird der Bericht jedoch kritisiert. Je nach Studie würden verschiedene Institute zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, moniert etwa der Verband Swiss E-Mobility. Zudem seien die Autoren davon ausgegangen, dass die Batterien für E-Autos in den USA mit kohle-, gas- und nukleardominiertem Strom produziert worden sind, doch setze beispielsweise Tesla bei der Herstellung der Fahrzeuge auf erneuerbare Energien. Verbandspräsident Jürg Grossen erklärt zwar, dass die Untersuchungsergebnisse in der Tendenz zuträfen, ist aber dennoch überzeugt: Nur mit E-Mobilität wird jemals eine saubere Mobilität möglich sein.

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