Apple-Leaks: E-Mail enthüllt geheime Pläne von Apple
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Apple-LeaksE-Mail enthüllt geheime Pläne von Apple

Steve Jobs hat im Jahr 2010 ein Memo über ein geheimes Treffen der Apple-Top-100-Manager verfasst. Der Inhalt ist nun wegen des Patentstreits mit Samsung ans Licht gekommen.

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tob
«Kunden wollen das, was wir nicht haben»: Der Patentkrieg gegen Samsung gewährt einen interessanten Einblick ins Apple-Imperium. (Keystone/BusinessInsider)

«Kunden wollen das, was wir nicht haben»: Der Patentkrieg gegen Samsung gewährt einen interessanten Einblick ins Apple-Imperium. (Keystone/BusinessInsider)

Der «heilige Krieg gegen Google», die Strategie für das iPhone, das Jahr der Cloud und der Einfluss der «Post-PC-Ära» auf das Unternehmen: Über diese und andere Themen schrieb der damalige Apple-CEO Steve Jobs im Oktober 2010 ein Memo, nur wenige Monate vor seinem Tod im Jahr 2011.

Das E-Mail ging an Phil Schiller, Marketing-Vizepräsident von Apple. Eigentlich war der Inhalt nur für wenige Augen bestimmt. Im Rahmen des Patentstreits mit Rivale Samsung ist die Nachricht aber nun öffentlich – und gibt einen spannenden Einblick ins Apple-Imperium. «Business Insider» liegt das E-Mail in voller Länge vor.

«Top 100 – A», so der Betreff des E-Mails von Jobs, ist ein internes Strategiepapier für eine geplante Sitzung im Jahr 2011. Kurz vorher hatte Apple gerade das iPhone 4 vorgestellt und kämpfte gegen eine immer grösser werdende Android-Front an. Jobs räumte ein, dass man Android in mehreren Bereichen einholen müsse. Er warnte auch vor dem «Innovators Dilemma», der Gefahr, zu lange an einem Schema festzuhalten. Gedacht waren die Vorschläge für das geheime Treffen der Top-100-Manager.

Die Elite von Apple

Um die Top-100-Treffen betreibt der iPhone-Konzern viel Geheimniskrämerei. Der TV-Sender CNN hatte einst aufgedeckt, wie ein solches Meeting in der «verschwiegensten Firma Amerikas» abläuft.

Die Top 100 bei Apple umfassen die Elite der Firma, Entscheidungsträger, Manager. Alle haben etwas gemeinsam: «Sie kennen Steve Jobs persönlich», schrieb der CNN-Journalist Adam Lashinsky 2011. Einmal im Jahr trafen sich die Top 100 zu einem dreitägigen Strategie-Meeting an einem zuvor unbekannten Ort. «Alles an diesen Treffen ist geheim, sogar die Existenz eines solchen Treffens», hiess es. Selbst firmenintern dürften die Sitzungsteilnehmer das Treffen nicht besprechen.

Der Ort für die Top-100-Meetings werde im Vorhinein nicht bekanntgegeben. Die Teilnehmer träfen sich alle zuerst in Apples Hauptquartier in Cupertino und würden dann mit Bussen chauffiert. Die Hotels würden akribisch ausgesucht und müssten zwei Anforderungen von Steve Jobs entsprechen: «Gutes Essen und keine Golfanlage», schrieb Lashinsky. Die Sitzungszimmer würden vor den Besprechungen nach elektronischen Wanzen abgesucht.

Mit gutem Grund: Immer wieder wurden an den Top-100-Treffen neue Produkte teilweise zum ersten Mal vorgestellt. «Es war ein solches Treffen, an dem Steve den ersten iPod zeigte», sagt Mike Janes, der von 1998 bis 2003 bei Apple arbeitete, zu CNN.

«Kunden wollen, was wir nicht haben»

Im Rahmen des Patentkriegs mit Samsung sind auch weitere Interna aufgetaucht. Die Website Re/Code hat die spannendsten gesammelt. Ein interessantes Dokument ist auf das Jahr 2013 datiert. Die Präsentationsfolie von Apple trägt den Titel: «Kunden wollen, was wir nicht haben.». Im Dokument wird auf das Wachstum des Smartphone-Bereichs verwiesen. Reissenden Absatz finden demnach vor allem Geräte mit grossen Displays für wenig Geld. Das wiederum könnte ein weiterer Hinweis sein, dass Apple beim nächsten iPhone auf eine grössere Bildschirmdiagonale setzt.

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