Zuger Kantonsrat hat genug - «E-Scooter sind nur ein Gag, der Probleme macht»
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Zuger Kantonsrat hat genug«E-Scooter sind nur ein Gag, der Probleme macht»

In einem Vorstoss hinterfragt ein Zuger Kantonsrat der GLP die Nachhaltigkeit der E-Scooter in der Stadt Zug. Sie würden nur viel Strom verbrauchen , herumstehen und -liegen und eine sinnvolle Ergänzung im öffentlichen Nahverkehr seien sie auch nicht.

von
Cheyenne Wyss
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Der grünliberale Kantonsrat Daniel Stadlin hat einen Vorstoss wegen der E-Scooter beim Regierungsrat Zug eingereicht.

Der grünliberale Kantonsrat Daniel Stadlin hat einen Vorstoss wegen der E-Scooter beim Regierungsrat Zug eingereicht.

Daniel Stadlin
Darin macht er auf die Probleme, die durch die E-Scooter in Zug verursacht werden, aufmerksam.

Darin macht er auf die Probleme, die durch die E-Scooter in Zug verursacht werden, aufmerksam.

20min/Cheyenne Wyss
Denn: Sie würden nur viel Strom brauchen, überall herumstehen und -liegen und zwar dort, wo es «eh schon wenig Platz» habe, etwa auf Trottoirs.

Denn: Sie würden nur viel Strom brauchen, überall herumstehen und -liegen und zwar dort, wo es «eh schon wenig Platz» habe, etwa auf Trottoirs.

20min/Cheyenne Wyss

Darum gehts

  • Der grünliberale Zuger Kantonsrat Daniel Stadlin stellt in einem Vorstoss mehrere Fragen zu den E-Scootern an den Regierungsrat.

  • Viele würden mit den E-Scootern einfach zum Spass durch die Stadt brausen.

  • Auch würden sie nur viel Strom verbrauchen und überall herumstehen und -liegen, wo es «eh schon wenig Platz hat».

  • Statt Autofahrten zu ersetzen, würden E-Scooter das Zufussgehen und Velofahren ablösen.

«Für einen Gag machen die E-Scooter zu viele Probleme», schreibt Daniel Stadlin, Zuger Kantonsrat der GLP, in einem Vorstoss an den Regierungsrat Zug. Sie würden viel Strom brauchen, überall herumstehen und -liegen und zwar dort, wo es «eh schon wenig Platz» habe, etwa auf Trottoirs. «Dabei könnten E-Scooter die Mobilität durchaus etwas nachhaltiger machen, wenn sie Autofahrten ersetzen würden», meint Stadlin weiter.

«Reine Spassfahrten machen keinen Sinn»

Doch zurzeit würden E-Trottinette vor allem den umweltfreundlicheren Fuss- und Veloverkehr ablösen. «Der wichtigste Grund, einen E-Scooter zu benutzen, ist, weil es Spass macht und man schneller unterwegs ist als zu Fuss», moniert der grünliberale Kantonsrat. «Reine Spassfahrten» würden aber wenig Sinn machen. E-Scooter kämen offenbar da zum Einsatz, wo der ÖV bereits gut ausgebaut sei und die Wege bestens zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden könnten. So würden die Scooter vor allem das Gehen und Fahrradfahren unattraktiver und sogar gefährlicher machen. Stadlin schliesst daraus: «Eine sinnvolle Ergänzung im öffentlichen Nahverkehr sind sie nicht wirklich». Obwohl E-Scooter in der Ökobilanz deutlich besser abschneiden würden als Autos, seien sie gegenüber dem Velo deutlich umweltschädlicher und «daher keine sinnvolle Alternative».

«Überall kreuz und quer abgestellt»

Deshalb wendet sich Stadlin nun mit den Fragen, wem das Trottoir gehöre und welche Massnahmen man gegen das wilde Abstellen der E-Scooter unternehmen wolle, an den Regierungsrat. Denn dass die Fahrzeuge überall kreuz und quer abgestellt würden, behindere nicht nur Fussgänger und Velofahrer, sondern stelle auch ein Problem für Geh-und Sehbehinderte dar. Dafür schlägt Stadlin E-Scooter-Parkplätze vor. «Schliesslich müssen die Scooter ja auch wieder eingesammelt werden, um sie aufzuladen», so der Kantonsrat.

Auch weist er auf die Problematik hin, dass in Zürich letztes Jahr 136 E-Scooter aus dem Zürichsee, der Limmatt oder der Sihl geborgen wurden, wobei giftige Substanzen hätten auslaufen können. Er will wissen, ob in Zug auch bereits solche Vorfälle bekannt seien.

«Viele Schwachstellen, die es zu lösen gilt»

Dabei gelten für elektrische Trottinette die gleichen Verkehrsregeln wie für Velos. Die Benützung von Radwegen und Radstreifen ist obligatorisch, das Befahren von Trottoirs und Gehwegen verboten. Hierzu will der Kantonsrat wissen, ob die Verkehrsregeln in Zug eingehalten und wie fleissig diese kontrolliert werden. Stadlin sieht in den E-Scootern ein grosses Gefahrenpotenzial, weil man keinen Helm tragen müsse und sie sehr schnell und leise seien. «Die ganze Geschichte mit den E-Scootern hat viele Schwachstellen, die es zu lösen gilt.»

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