31.07.2020 14:39

Crashtests

E-Trendfahrzeuge bergen viele Gefahren

Crashtests mit E-Trottis und E-Cargo-Bikes zeigen auf: Diese Trendfahrzeuge können gefährlich sein, vor allem wenn sich die Fahrer nicht an die Vorschriften halten.

von
lab
Auffahrunfall mit einem E-Cargo-Bike mit Kindern in der Transportkiste: «Alle drei erleiden Kopfverletzungen, wobei die Kinder am stärksten gefährdet sind».

Auffahrunfall mit einem E-Cargo-Bike mit Kindern in der Transportkiste: «Alle drei erleiden Kopfverletzungen, wobei die Kinder am stärksten gefährdet sind».

Foto: Baloise

Die beliebten E-Trottis gehören schon seit Jahren zum Stadtbild. Neben dem praktischen Nutzen verursachen sie aber auch Kritik über das Fahr- und Parkverhalten der Fahrer – inklusive daraus resultierender Unfälle und Konflikte. Auch Cargo-E-Bikes erfreuen sich grosser Beliebtheit, mit denen grössere Lasten sowie auch Kinder bequem transportiert werden können. Doch wie sicher sind diese Transportmittel, und was kann im Falle eines Unfalls passieren?

Um das zu ergründen, führte die Baloise-Versicherung zusammen mit dem Dynamic Test Center, der Verkehrspolizei Basel-Stadt und der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) zwei Crashtests durch. Beim ersten Test fährt ein E-Trottinett mit 20 km/h in einen Fussgänger. «Der Fussgänger riskiert dabei Verletzungen am Knie und eventuell auch Brüche an den Beinen und Hüftverletzungen», analysiert Markus Muser von der AGU die Unfallfolgen. «Ausserdem stossen in diesem Fall der Fussgänger und der Trottinettfahrer mit den Köpfen zusammen. Auch mit Helm besteht hier ein grosses Potenzial für Kopf- und Hirnverletzungen».

In der zweiten nachgestellten Unfallsituation fährt ein Cargo E-Bike mit zwei Kinder-Dummys in der Transportkiste mit 25 km/h in ein stehendes Auto. «Die Kinder prallen mit den Köpfen an das Heck des Autos, der Erwachsene folgt ihnen. Die Gurte sind eindeutig nicht als Sicherheitsgurte konzipiert und schützen die Kinder nicht. Im Gegenteil: der gerissene Gurt gefährdet sie sogar zusätzlich. Alle drei erleiden Kopfverletzungen, wobei die Kinder am stärksten gefährdet sind», fasst Markus Muser die Unfallfolgen zusammen.

«Die Verbreitung der E-Trottinetts und Cargo-E-Bikes wird anhaltend für Diskussionen sorgen. Es ist von enormer Wichtigkeit, diese Entwicklung aus Sicht der Unfallprävention aktiv zu begleiten. Die Anzahl der Unfälle im Strassenverkehr darf nicht weiter ansteigen», resümiert Sandro Caviezel von der DTC. Deshalb fordern die Organisatoren des Crashtests: «Bei den E-Trottinetten muss besonders die konsequente Befolgung der Verkehrsregeln durch die Nutzer sichergestellt werden. Dies beinhaltet vor allem auch die Trottoirnutzung und Alkoholfahrten.» Auch müsse das Wildparkieren geregelt werden, denn immer wieder würden die E-Trottis für motorisch oder visuell beeinträchtigte Menschen zur Stolperfalle. Ausserdem sei es den Fahrzeugvermietern nahezulegen, die E-Trottinette mit Blinkanlagen auszurüsten und die Nutzer auf die geltenden Verkehrsregeln hinzuweisen. «Bei den Cargo-E-Bikes möchten wir für die Gefahr sensibilisieren, welcher im Falle eines Unfalls die Insassen der Transportkisten ausgesetzt sind», sagt Daniel Junker von der Baloise. «Da gilt der Appell an das rücksichtsvolle Fahren an alle Verkehrsteilnehmer». (lab)

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2 Kommentare
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E-Schrott

01.08.2020, 14:15

Die ganze E-Bike Flut, sollte sowieso der Umwelt zu Liebe gestoppt und verboten werden.

Jetzt aber Butter bei die Fische

31.07.2020, 15:55

Werden die Vorschriften missachtet ist nicht das Fahrzeug gefährlich sondern die Fahrweise.