E 433 und E 466 : E-Zusatzstoffe stehen im Darmkrebs-Verdacht
Publiziert

E 433 und E 466 E-Zusatzstoffe stehen im Darmkrebs-Verdacht

Laut einer Studie von US-Forschern fördern die Emulgatoren E 433 und E 466 entzündliche Darmerkrankungen – und das Wachstum von Tumoren.

von
fee
1 / 6
Werfen Sie beim Einkauf immer auch einen Blick auf die Inhaltsliste. Denn Lebensmittel, die die Emulgatoren E 433 (Polysorbat) und E 466 (Carboxymethylcellulose) enthalten, könnten laut Forschern der Georgia State University das Wachstum von Darmtumoren fördern.

Werfen Sie beim Einkauf immer auch einen Blick auf die Inhaltsliste. Denn Lebensmittel, die die Emulgatoren E 433 (Polysorbat) und E 466 (Carboxymethylcellulose) enthalten, könnten laut Forschern der Georgia State University das Wachstum von Darmtumoren fördern.

Colourbox.com/Monkey Business Images
Für die Studie verfütterten die Forscher die Emulgatoren an Mäuse und beobachteten, was passiert. Das Ergebnis: Die E-Stoffe führten im Darm der Tiere zu einer Vermehrung von Bakterien, die Entzündungen im Verdauungstrakt auslösen. Zudem beschleunigten sie das Tumorwachstum.

Für die Studie verfütterten die Forscher die Emulgatoren an Mäuse und beobachteten, was passiert. Das Ergebnis: Die E-Stoffe führten im Darm der Tiere zu einer Vermehrung von Bakterien, die Entzündungen im Verdauungstrakt auslösen. Zudem beschleunigten sie das Tumorwachstum.

Colourbox.com
Ob sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist im Moment noch unklar, so die Forscher.

Ob sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist im Moment noch unklar, so die Forscher.

Keystone/Krebsliga

Studiert man die Inhaltsliste von verarbeiteten Lebensmitteln, macht sich oft Ratlosigkeit breit. Denn oft werden dort Zusatzstoffe mit teils unaussprechlichen Namen oder mit sogenannten E-Nummern aufgeführt. Was sie bewirken, ist dem Laien in der Regel unklar.

Dabei werden die Zusatzstoffe den Produkten bewusst beigemischt: Je nach Art sollen sie unter anderem Aroma, Geschmack und Farbe optimieren.

Andere dagegen – wie die Emulgatoren E 433 (Polysorbat) und E 466 (Carboxymethylcellulose) – sollen die Konsistenz verbessern. Konkret bewirken sie, dass sich zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten zu einer Emulsion vermengen.

Entzündungs-Booster

Schon länger gibt die Anhäufung von E-Nummern im Essen vielen Menschen zu denken. Sie befürchten, die zahlreichen Zusatzstoffe könnten der Gesundheit schaden.

Ganz von der Hand weissen lässt sich das offenbar nicht, wie bereits eine im Jahr 2015 im Fachjournal «Nature» veröffentlichte Studie zeigte: Nachdem dem Futter von Mäusen die Emulgatoren E 433 und E 66 beigemischt worden waren, beobachteten die Forscher um Benoit Chassaing von der Georgia State University in Atlanta eine Verdoppelung der Rate von entzündlichen Darmerkrankungen bei anfälligen Tieren.

Grösseres Tumorwachstum

Nun legte das Team um Chassaing mit einer weiteren Arbeit nach: Auch dieses Mal verfütterten die Wissenschaftler E 433 und E 466 an Mäuse, doch nun analysierten sie die Wirkung auf das Wachstum von zuvor chemisch ausgelösten Darmtumoren.

Ergebnis: Die Zusatzstoffe führten im Darm der Versuchstiere erneut zu einer Vermehrung von Bakterien, die Entzündungen im Verdauungstrakt auslösen. Weiter zeigte sich, dass die E-Stoffe das Tumorwachstum beschleunigten, wie es im Fachjournal «Cancer Research» heisst.

Viele Fragezeichen

Ob sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, ist im Moment noch unklar, so die Forscher. Denn sowohl Ernährung als auch Aufbau und Flora des Darms unterscheiden sich bei Mäusen und Menschen stark.

Zudem haben die tierischen Probanden in Bezug auf ihre Körpergrösse eine so grosse Menge an Zusatzstoffen bekommen, wie kein Mensch unter normalen Umständen zu sich nimmt, kritisiert die «Süddeutsche Zeitung».

Auch Chassaing und seine Kollegen wissen um die Mängel ihrer Studie. In einer Mitteilung der Hochschule kündigen sie an weiter zu forschen. Auch Studien mit Menschen seien geplant.

Deine Meinung