Aktualisiert 26.04.2017 10:59

Mall of SwitzerlandEbikon schockt Kino mit geplanter Billettsteuer

Am 21. Mai stimmen die Ebikoner über die Einführung einer Billettsteuer ab. Stark betroffen wären die 12 Kinos der Mall of Switzerland: Betreiberin Pathé spricht von einem «Schock.»

von
Noah Knüsel
Die Pathé wird in Ebikon 12 Multiplex-Säle betreiben.

Die Pathé wird in Ebikon 12 Multiplex-Säle betreiben.

Visualisierung Mall of Switzerland

Am 8. November öffnet die Mall of Switzerland in Ebikon ihre Tore. Unter anderem hat sich auch die Kinobetreiberin Pathé eingemietet. Sie wird in der Mall ein Multiplex-Kino mit zwölf Sälen eröffnen. Nun will sich die Gemeinde Ebikon eine Scheibe davon abschneiden: Am 21. Mai stimmen die Bürger über die Einführung einer Billettsteuer ab, die 10 Prozent des Eintrittsgeldes beträgt. Neben den Kinos der Mall wären auch Festivals und Konzerte betroffen. Befreit von der Abgabe sind kleinere Veranstaltungen oder auch lokale Vereine.

Die Ebikoner Finanzvorsteherin Susanne Troesch-Portmann erklärte gegenüber der «Luzerner Zeitung», die Verantwortlichen der Mall seien frühzeitig über die geplante Einführung der Billettsteuer informiert worden.

Betreiberin: «Das war ein Schock für uns»

Kinobetreiberin Pathé erfuhr von der Abstimmung jedoch erst aus der Zeitung, wie Berater Brian Jones zur LZ sagte: «Das war ein Schock für uns, da geht es um viel Geld.» Laut Jones müsste man im Vollbetrieb rund 1 Million Franken jährlich an die Gemeinde abliefern: «Unser Kino wird kämpfen müssen. Die Konkurrenz in der Region ist gross und die Kosten in der Mall of Switzerland hoch.» Jones war für weitere Auskünfte am Dienstag nicht erreichbar.

Mall-Sprecher Werner Schaeppi sagte gegenüber 2o Minuten: «Ich selbst habe von diesen Absichten erst vor zehn Tagen erfahren und bin davon ausgegangen, dass sich die Gemeinde mit den Direktbetroffenen bilateral geeinigt hat.» Er vermutet eine «Kommunikationspanne», sagt aber: «Das passt eigentlich gar nicht zu dieser Gemeinde, die im allgemeinen sehr offen und transparent kommuniziert.» Er verstehe aber die Reaktion von Brian Jones. «Schade, dass es deswegen jetzt böses Blut gibt.»

Gemeinde will sich mit Pathé zusammensetzen

Der Ebikoner Gemeindepräsident Daniel Gasser zeigt sich auf Anfrage überrascht von der Reaktion der Betreiberin: «Da sämtliche Kinobetreiber im Grossraum Luzern dieser Steuer unterliegen, erstaunt es, dass dies seitens Pathé eine ‹schockierte› Reaktion auslöst.» Man werde sich in den nächsten Tagen mit der Kinobetreiberin treffen und die Thematik zusammen erörtern.

Gasser betont auch, dass das Reglement in der öffentlichen Vernehmlassung gewesen sei und zu keinen negativen Rückmeldungen geführt habe. Ausserdem seien schon früher Billettsteuern erhoben worden. Die Gemende wolle nun der viel grösseren Zahl an Veranstaltungen durch die Eröffnung der Mall Rechnung tragen. «Der Gemeinderat Ebikon sieht aufgrund der Rückmeldungen dem Urnengang positiv entgegen.»

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