EBK deckt Insiderhandel auf
Aktualisiert

EBK deckt Insiderhandel auf

Die Eidg. Bankenkommission (EBK) hat im letzten Jahr fünf Strafanzeigen wegen Insiderhandels eingereicht.

Davon betroffen waren zehn Personen, darunter der zurückgetretene Chef von Ernst & Young Schweiz.

Der Fall dreht sich um den Rückzug des Baukonzerns Hilti von der Börse. Wegen Gerüchten und auffälligen Volumen wurde der Handel mit Hilti-Titeln einen Tag vor Bekanntgabe der Rückzugsabsicht im Februar 2003 eingestellt. Die Abklärungen der Bankenkommission führten zu Strafanzeigen gegen vier Personen, wie es im Jahresbericht heisst.

Der eine Fall betraff Ernst & Young-Geschäftsführer Marcel Maglock. Das Strafverfahren ist noch hängig, ebenso wie jenes gegen den Tippgeber, einen weiteren Mitarbeiter der mit der Durchführung der Kapitalmarkttransaktion beauftragen Ernst & Young.

Einen zweiten Insiderhandel machte die EBK ebenfalls bei einem Börsenrückzug aus, und zwar beim Nahrungsmittelkonzern Hero. Wegen Verdachts auf ein Informationsleck wurde auch hier der Handel suspendiert.

Die EBK reichte Strafanzeige gegen vier Personen ein. Inzwischen wurden gegenüber mehreren Personen Strafbefehle ausgesprochen, in denen die Betroffenen des Insiderhandels schuldig gesprochen wurden.

Aber auch der umgekehrte Fall, der Gang von Firmen an die Börse, birgt besondere Risiken für Insidergeschäfte, wie der Fall der Privatbank Vontobel bei der Publikumsöffnung von Think Tools gezeigt hat. Verschärfte Vorschriften zur Zuteilung von Erstemissionen will die EBK in Kürze verabschieden, gerade noch «rechtzeitig im Hinblick auf eine neue Welle an Börsengängen».

(sda)

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