WHO warnt: Ebola-Epidemie schlimmer als befürchtet

Aktualisiert

WHO warntEbola-Epidemie schlimmer als befürchtet

Die Krankeit könnte die Menscheit noch lange beschäftigen. Das Ausmass der Ebola-Epidemie ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation womöglich schlimmer als angenommen.

Es gebe Hinweise, dass die bisher bekannten Opferzahlen und Infektionen «die Grössenordnung des Ausbruchs erheblich verkennen», teilte die WHO am Donnerstag mit. Man gehe daher davon aus, dass die Krise noch Monate andauern werde.

Mit mehr als 1060 Toten und 1975 Infizierten ist der Ebola-Ausbruch in Westafrika schon jetzt der schlimmste aller Zeiten. Zunächst trat der Virus im März in Guinea auf, erreichte dann Sierra Leone, Liberia und auch Nigeria, den bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Ebola ruft hohes Fieber, Erbrechen und Blutungen hervor, übertragen wird es durch Körperflüssigkeiten.

Experimentielle Medikamente

Lizenzierte Medikamente oder Impfmittel gegen Ebola gibt es bisher nicht. Die WHO hatte diese Woche ihr Einverständnis für den Einsatz experimenteller Mittel gegeben und erklärt, dies sei ethisch vertretbar. Es müssten jedoch bestimmte Vorgaben eingehalten werden.

Liberia wurde am Mittwoch mit dem ungeprüften Medikament ZMapp versorgt, steht vor der Frage, wie der kleine Vorrat des Mittels verteilt werden solle. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, solch eine Auswahl sei «ein unglaubliches Dilemma». (sda)

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