Aktualisiert 18.04.2020 07:37

Remdesivir

«Dank Ebola-Medi bin ich vom Coronavirus geheilt»

Ein Ebola-Medikament zeigt sich nützlich in der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Ein Mann aus München erzählt von seiner Erfahrung.

von
sul
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Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus: Das Medikament Remdesivir zeigt Erfolge bei der Behandlung von Covid-19-Patienten.

Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus: Das Medikament Remdesivir zeigt Erfolge bei der Behandlung von Covid-19-Patienten.

Ulrich Perrey
In einer Studie der Universitätsklinik in Chicago führte das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel Remdesivir zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome der Lungenkrankheit.

In einer Studie der Universitätsklinik in Chicago führte das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel Remdesivir zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome der Lungenkrankheit.

Ulrich Perrey
In der Folge konnten fast alle Patienten in weniger als einer Woche entlassen werden, wie aus einem am Donnerstagabend veröffentlichten Bericht der Onlineplattform für Medizinnachrichten, Stat, hervorgeht. (Symbolbild)

In der Folge konnten fast alle Patienten in weniger als einer Woche entlassen werden, wie aus einem am Donnerstagabend veröffentlichten Bericht der Onlineplattform für Medizinnachrichten, Stat, hervorgeht. (Symbolbild)

Claudio Furlan

Ein Medikament des US-Pharmakonzerns Gilead Science zeigt einem Medienbericht zufolge Erfolge bei der Behandlung von Covid-19-Patienten. In einer Studie der Universitätsklinik in Chicago führte das ursprünglich gegen Ebola entwickelte Mittel Remdesivir zu einer schnellen Fiebersenkung und einem Rückgang der Symptome der Lungenkrankheit.

In der Folge konnten fast alle Patienten in weniger als einer Woche entlassen werden, wie aus einem am Donnerstagabend veröffentlichten Bericht der Onlineplattform für Medizinnachrichten, Stat, hervorgeht. Die Aktien des Unternehmens stiegen nach US-Börsenschluss um 16 Prozent.

Noch keine Endergebnisse

Gilead erklärte, die Daten müssten noch analysiert werden, um daraus Schlüsse zu ziehen. Die Uniklinik wies in einer E-Mail daraufhin, dass Teildaten von einer laufenden Studie nicht genutzt werden sollten, um daraus Ergebnisse herzuleiten. Informationen aus einem internen Forum für Wissenschaftler seien ohne Erlaubnis veröffentlicht worden.

Der Pharmakonzern rechnet damit, erste Ergebnisse aus der laufenden Phase-3-Studie Ende des Monats bekanntgeben zu können. Die Universitätsklinik in Chicago ist eines von 152 Krankenhäusern, die an der Gileads-Studie mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten teilnehmen. Laut der Nachrichtenplattform Stat wurden in Chicago 113 Menschen im Rahmen der Studie behandelt.

Mann in Deutschland geheilt

Auch in Deutschland wurden erste Versuche mit dem Medikament gestartet. So beispielsweise im Spital Rechts der Isar in München. Die «Bild»-Zeitung hat mit einem Patienten gesprochen, dem das Ebola-Medikament gegen Corona verabreicht wurde.

«Ich hatte 40 Grad Fieber und starken Husten», sagt Curtis Warren Puckett, der an COPD und Asthma leidet, zur Zeitung. Ausserdem schmerzten seine Lungen und er habe starke Angst, ja sogar Panik gehabt, als er schliesslich ins Spital eingeliefert worden sei.

Keine Nebenwirkungen

Dann sei ein Arzt auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er an der Studie teilnehmen möchte. Puckett sagte zu und bekam das Medikament fünf Tage lang intravenös verabreicht. «Schon einen Tag nach der ersten Injektion sank mein Fieber auf 38,8 Grad», berichtet der Münchner. Nebenwirkungen habe er keine verspürt und der Hustenreiz sei deutlich zurückgegangen.

Vier Tage nach dem erstmaligen Einnehmen des Medikaments verschwanden der Husten und das Fieber schliesslich ganz. Drei Tage später konnte Puckett aus dem Spital entlassen werden, nachdem ein erneuter Corona-Test negativ ausfiel. «Remdesivir hat mich geheilt», ist sich der Mann sicher. «Ich bin ein Glückspilz, dass ich das Medikament bekommen habe.» (sul/sda)

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