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Eingeschläferter ExcaliburEbola-Patientin verklagt Stadt wegen totem Hund

Die spanische Krankenschwester, die Ebola überlebt hat, verklagt die Regierung von Madrid. Sie verzeiht den Behörden nicht, dass ihr Hund Excalibur eingeschläfert wurde.

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Teresa Romero verbrachte die letzten vier Wochen im Spital Carlos III. in Madrid. Die spanische Krankenschwester war die erste Ebola-Kranke Europas. Während ihrer Zeit in Quarantäne haben die Behörden der Stadt Madrid ihren Hund Excalibur eingeschläfert — aus Angst, das Tier könnte das tödliche Virus verbreiten.

Jetzt wollen Romero und ihr Lebenspartner Javier Limón von einem Gericht abgeklärt haben, ob die Tötung ihres Hundes überhaupt nötig war. Das Paar wirft den Behörden vor, «überstürzt gehandelt» zu haben.

Starb Excalibur umsonst?

Die Nachrichtenagentur Europa Press hatte Einblick in das Schreiben, das Romeros Anwälte aufgesetzt und am Montag vor Gericht präsentiert haben. Darin heisst es: «Unsere Mandanten hatten den Behörden der Stadt Madrid den Zugang zur gemeinsamen Wohnung ausdrücklich verweigert.»

Trotzdem holten Mitarbeiter des Veterinäramts den 12-jährigen Mischling am 8. Oktober ab — zwei Tage nach der Einlieferung seiner beiden Halter ins Spital. Excalibur wurde am selben Abend eingeschläfert.

Für Romero, die lange nicht vom Tod ihres Tieres erfahren hatte, war die Nachricht ein schwerer Schock. «Excalibur war mehr als ein Haustier für uns. Er war wie unser Adoptivkind.» Doch die Behörden hätten «dem Tier keine Chance gegeben», meint die Krankenschwester. «Es wurden keine Blutproben gemacht, um festzustellen, ob Excalibur sich überhaupt angesteckt hatte.»

Ausserdem habe die Madrider Stadtregierung nicht auf die Bitte diverser Tierschutzorganisationen und des weltbekannten Experten Eric Leroy reagiert, den Hund zu verschonen. Bereits damals wurden Vorwürfe laut, die Behörden würden überhastet reagieren. Man hätte Excalibur besser unter Quarantäne gesetzt, um mehr über den Verlauf der Krankheit bei Tieren zu erfahren, sagt die genesene Spanierin.

Klage auch gegen Gesundheitschef

Es ist nicht die einzige Klage, die Romero am Montag einreichte: Die 44-Jährige verklagt nach Angaben der spanischen Zeitung «El Mundo» auch den Chef des Madrider Gesundheitsamtes wegen übler Nachrede.

Dieser hatte Romero vorgeworfen, den behandelnden Ärzten Informationen vorenthalten zu haben. Sie habe sich mit Ebola infiziert, weil sie sich nicht an die Sicherheitsvorschriften gehalten habe.

Schadenersatz soll an Tierschutz gehen

Romero dementiert beide Vorwürfe vehement. Sie fordert 150'000 Euro Schadenersatz. Ihre Anwälte hoffen dabei auf eine aussergerichtliche Einigung. Sollte sie vor Gericht erfolgreich sein, will die Krankenschwester das Geld nach eigenen Angaben an Tierschutzorganisationen spenden.

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