Aktualisiert 07.03.2013 12:17

«Zum Kotzen»Echo-Boykott wegen Rechtsrock-Band

Die deutschen Bands Kraftklub und MIA. wollen nicht in der selben Kategorie nominiert sein wie die als nationialistisch geltende Gruppe Frei.Wild. Sie verzichten freiwillig auf ihre Echo-Nomination.

von
hüt

In der Kategorie «Rock/Alternativ National» der diesjährigen Echo-Verleihung am 21. März ist neben Kraftklub, den Toten Hosen, MIA. und den Ärzten auch Frei.Wild nominiert. Der Gruppe wird von diversen Medien, unter anderem der Süddeutsche.de sowie diversen Politikern vorgeworfen, ein mehr oder weniger unverhüllt rechtes Gedankengut zu propagieren. Kraftklub kündigten deshalb auf ihrer Facebook-Seite an, auf die Nomination verzichten zu wollen: «Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden.»

Diesem Beispiel folgte auch die Band MIA.. Auf ihrer Facebook-Seite liessen sie verlauten: «Wir haben uns heute sehr, aber leider auch nur sehr kurz über unsere ECHO-Nominierung gefreut, da unter den aktuell Nominierten mit Frei.Wild eine Band genannt wird, deren Weltbild wir zum Kotzen finden. Es mag nicht in unserer Hand liegen, welche Künstler für einen Echo nominiert werden, aber es liegt in unserer Hand, von unserer Nominierung dankend Abstand zu nehmen.»

«Der Echo hat uns sowieso nie interessiert»

Auch die nominierte Band Die Ärzte bezeichnet auf ihrer Homepage Frei.Wild als eine «politisch fragwürdige Band». Zurückziehen wollen sie ihre Nomination dennoch nicht: «Da uns der Echo sowieso nie interessiert hat und unsere politische Einstellung hinreichend bekannt sein sollte, liegt der Rest in den Händen der sicherlich weisen Juroren», schreibt die Band.

Über die Nominationen entscheidet jedoch nicht die Jury, sondern die Verkaufszahlen aus den deutschen Top-100-Charts vom 24. Februar 2012 bis zum 21. Februar 2013. Gemäss bild.de landeten Frei.Wild mit ihrem Album «Feinde deiner Feinde» auf Platz Zwei. Ausserdem konnten sich vier ihrer Singles in den Top 100 der Single-Charts platzieren.

In der Schweiz sorgte im Mai 2012 ein Auftritt der Rockband für Ärger. Politikerinnen aus der SP und der Grünen machten sich damals gegen das Konzert im Hallenstadion Zürich stark (20 Minuten berichtete).

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