12.06.2018 11:10

UV-ReflektorEchse vertreibt Feinde mit Zungerausstrecken

Kommt ihm jemand zu nahe, fährt der Blauzungenskink kurzerhand seine Zunge aus. Seine Feinde erleben dann ihr blaues Wunder.

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Fühlen sich Blauzungenskinke bedroht, strecken sie den Angreifern ihre blaue Zunge entgegen.

Fühlen sich Blauzungenskinke bedroht, strecken sie den Angreifern ihre blaue Zunge entgegen.

Flickr.com/Doug Beckers/CC BY-SA 2.0
Doch nicht die blaue Farbe schlägt die Feinde in die Flucht, sondern das ultraviolette Licht, das sie reflektiert. Das berichten australische Forscher im Fachjournal «Behavioral Ecology and Sociobiology».

Doch nicht die blaue Farbe schlägt die Feinde in die Flucht, sondern das ultraviolette Licht, das sie reflektiert. Das berichten australische Forscher im Fachjournal «Behavioral Ecology and Sociobiology».

Badiane, A., Carazo, P., Price-Rees, S.J. et al. Behav Ecol Sociobiol (2018)
Weitere Erkenntnis der Forscher: Das Ultraviolett wird nach hinten immer intensiver. Deshalb zeigen die Echsen bei dieser Art der Verteidigung möglichst den hinteren Teil der Zunge.

Weitere Erkenntnis der Forscher: Das Ultraviolett wird nach hinten immer intensiver. Deshalb zeigen die Echsen bei dieser Art der Verteidigung möglichst den hinteren Teil der Zunge.

Badiane, A., Carazo, P., Price-Rees, S.J. et al. Behav Ecol Sociobiol (2018)

Eine australische Echse schreckt Angreifer mit einem äusserst ungewöhnlichen Mittel ab: mit ihrer blauen Zunge. Der sogenannte Blauzungenskink streckt dem Feind die Zunge heraus – und zeigt mehr davon, je grösser die Gefahr ist.

Wissenschaftler der Macquarie Universität in Sydney fanden heraus, dass dies geschieht, weil die Zunge ultraviolettes Licht reflektiert, und zwar hinten stärker als vorn.

Einfach mal kräftig das Maul aufreissen

Blauzungenskinke kommen auch auf einigen indonesischen Inseln und auf Papua-Neuguinea vor. Die Echsen werden etwa einen Meter lang und fressen unter anderem kleine Wirbeltiere. Ihre natürlichen Feinde sind zum Beispiel Schlangen, Vögel, Füchse sowie einige andere Echsen. Wenn sie angegriffen werden, blähen sie sich auf, reissen das Maul auf und zeigen die Zunge.

Für die Studie, die im Fachblatt «Behavioral Ecology and Sociobology» veröffentlicht wurde, nahmen sich die Wissenschaftler eine der grössten Echsen vor, die Nördliche Blauzungenechse (Tiliqua scincoides intermedia), die im Norden Australiens zu Hause ist.

Je grösser die Gefahr, desto mehr Zunge

Dabei stellten sie fest, dass die Tiere über eine «UV-Zunge» verfügen. Die Zunge reflektiert ultraviolettes Licht. Menschen sehen das UV-Licht nicht, manche Tiere wie Vögel und Echsen aber schon.

Zudem fanden die Forscher heraus, dass die Skinke immer grössere Teile der Zunge zeigen, je mehr sie sich in Gefahr fühlen.

Der Wissenschaftler Arnaud Badiane erklärte in der Studie weiter: «Das Timing, wann sie die Zunge zeigen, ist entscheidend. Wenn das zu früh geschieht, geben sie ihre Tarnung auf und ziehen ungewollt die Aufmerksamkeit ihrer Feinde auf sich. Wenn sie das zu spät machen, schreckt das möglicherweise nicht mehr ab.» (fee/sda)

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