Aktualisiert 13.08.2009 11:56

BundesgerichtEcstasy fälschen ist offiziell Betrug

Die Herstellung falscher Ecstasy-Pillen ist zu Recht als Betrug gewertet worden. Das Bundesgericht hat einen Entscheid der Schaffhauser Justiz gegen einen Mann bestätigt, der mit Bodypower-Tabletten, Calcium und Wasser Speed und Ecstasy-Pillen herstellte.

Er muss eine Geldstrafe von 18.000 Franken und eine Busse von 200 Franken zahlen. Der Mann aus Schaffhausen hatte zwischen Ende 2004 und März 2005 via Internet vier Dosen Bodypower-Tabletten zu je 200 Gramm gekauft und diese mit Calcium und Wasser gemischt und auf diese Weise rund ein bis anderthalb Kilogramm angebliches Speed hergestellt.

Aus dem Rest des gleichen Produkts produzierte er 200 bis 300 falsche Ecstasy-Pillen. Um diese echter wirken zu lassen, schliff der Mann die einzelnen Tabletten ab, färbte sie teilweise mit Lebensmittelfarbe ein und brachte darauf ein Mitsubishi-Zeichen an.

Er wusste, dass seine Käufer die Produkte nicht selber konsumierten, sondern diese ohne Prüfung weiterverkauften.

Schadensersatz streicht der Staat ein

Als die Sache aufflog, verurteilte das Kantonsgericht Schaffhausen den Mann wegen mehrfachen Betruges und mehrfachen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 100 Franken sowie zu einer Busse von 200 Franken. Ausserdem ordnete das Gericht den Einzug von Drogen und Drogenutensilien an und verpflichtete den Betrüger, eine Ersatzforderung von 46.740 Franken an die Staatskasse zu bezahlen. Sowohl das Schaffhauser Obergericht als nun auch das Bundesgericht haben die Verurteilung wegen Betruges geschützt. Für die Richter in Lausanne bestand kein Zweifel, dass der Mann seine Kunden arglistig getäuscht hat, indem er ihnen falsches Speed und falsche Ecstasy-Pillen verkauft hat.

(dapd)

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