Aktualisiert 03.03.2019 11:47

SommerfestEDA-Angestellte grillieren, statt zu arbeiten

An einem Donnerstagnachmittag im Juni treffen sich über 300 Angestellte des EDA zum Grillplausch. Dies auf Kosten der Arbeitszeit.

von
fss
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Ein Sommerfest der EDA findet an einem Donnerstagnachmittag statt.

Ein Sommerfest der EDA findet an einem Donnerstagnachmittag statt.

Keystone/Gaetan Bally
Jacques Pitteloud, Leiter der Direktion für Ressourcen, schreibt in der Einladung: «Das Sommerfest fällt in die Arbeitszeit und kann daher als solche abgerechnet werden.»

Jacques Pitteloud, Leiter der Direktion für Ressourcen, schreibt in der Einladung: «Das Sommerfest fällt in die Arbeitszeit und kann daher als solche abgerechnet werden.»

Keystone/Christian Beutler
Erich Hess, SVP Nationalrat gefällt das nicht. Er findet es eine «Schweinerei».

Erich Hess, SVP Nationalrat gefällt das nicht. Er findet es eine «Schweinerei».

Keystone/Peter Klaunzer

Ein Grillplausch während der Arbeitszeit? Für viele Schweizer unmöglich. Beim EDA sieht man das anders: Die Beamten der Direktion für Ressourcen des Aussendepartements verbringen ihr Sommerfest im Juni im Hotel Innere Enge oberhalb der Aare.

Wie der «Sonntagsblick» schreibt, werden die Beamten ab 14.30 Uhr eintreffen – an einem Donnerstag. Über 400 Angestellte der Sektion sind eingeladen. Damit so viele Beamte wie möglich erscheinen, steht auf der Einladung von Direktor Jacques Pitteloud: «Das Sommerfest fällt in die Arbeitszeit und kann daher als solche abgerechnet werden.»

Die Direktion für Ressourcen steht derzeit speziell im Fokus der Öffentlichkeit. Dies nachdem mehrere überhöhte Abrechnungen wichtiger Militärs an die Öffentlichkeit kamen.

«Das ist eine absolute Schweinerei»

Wie das EDA auf Anfrage der Zeitung schreibt, ist man sich bewusst, dass speziell auf die Behörde geachtet wird. Man erklärt allerdings, dass das Sommerfest der einzige Anlass ist, in dem man allen Mitarbeitern für ihre Arbeit danken könne. Dazu fördere ein solcher Anlass das Teambuilding. Wie das EDA sagt, belaufen sich die Kosten auf rund 60 Franken pro Teilnehmer.

Anderer Meinung ist SVP-Nationalrat Erich Hess. Für ihn ist klar, dass sich die Kosten auf 300-350 Franken belaufen. Dies wenn man die verlorene Arbeitszeit hinzurechnet. Er sagt: «Das ist eine absolute Schweinerei, das Fest kostet den Steuerzahler um die 100'000 Franken! In der Privatwirtschaft habe ich nie bei einer Firma gearbeitet, in der am Nachmittag gefeiert wurde.»

Übrigens: Für den Organisator und Direktor der EDA-Direktion, Jacques Pitteloud, ist es das letzte Sommerfest. Er wird zukünftiger US-Botschafter der Schweiz. Ein Abschiedsfest soll der Event jedoch nicht werden, sagt das EDA.

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