Affäre Gaddafi: EDA-Delegation nach Tripolis gereist
Aktualisiert

Affäre GaddafiEDA-Delegation nach Tripolis gereist

Die diplomatischen Bemühungen um eine Beilegung der Unstimmigkeiten in der «Affäre Gaddafi» gehen in die nächste Runde. Eine Delegation des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten landete laut EDA-Angaben am Mittwoch in Tripolis.

Die mehrköpfige Delegation soll auf diplomatischer Ebene die bilateralen Gespräche weiterführen. Nähere Angaben zur Zusammensetzung der Delegation gab es nicht. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey gehört der Abordnung jedoch nicht an. Die Delegation wird bis Donnerstag in Libyen bleiben.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen sind getrübt, seit letzten Sommer in Genf das Ehepaar Hannibal und Aline Gaddafi vorübergehend festgenommen worden war. Die Festnahme war aufgrund der Anzeige von zwei Angestellten wegen Misshandlung angeordnet worden.

Vor zwei Wochen hatte es die Genfer Regierung explizit abgelehnt, sich beim Ehepaar Gaddafi für die Festnahme zu entschuldigen. Die Exekutive sehe - trotz der Kritik durch den Schweizer Rechtsprofessor Lucius Caflisch - keinen Anlass dazu.

Caflisch hatte das Vorgehen der Genfer Polizei als «unangemessen» bezeichnet. Aus seiner Sicht hätte es genügt, die Gaddafis vorzuladen. Das Polizeiaufgebot bei der Verhaftung sei «übertrieben und unnötig» gewesen. Auch sei es «unangepasst und erniedrigend» gewesen, Hannibal Gaddafi in Handschellen zu legen. (sda)

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