Am Neujahrsspringen: Eddie the Eagle fliegt bald wieder
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Am NeujahrsspringenEddie the Eagle fliegt bald wieder

Der schlechteste Skispringer aller Zeiten gibt sein Comeback. Der Brite Eddie the Eagle rauscht beim Neujahrsspringen in Garmisch als Vorspringer über den Bakken.

von
pre

Michael Edwards, besser bekannt als Eddie the Eagle, ist eine der schillerndsten Figuren, die je bei Olympischen Winterspielen teilnahmen. Er war 1988 in Calgary der erste und bisher letzte britische Skispringer bei Olympia und erreichte durch seine schwachen Leistungen, seinem für Skispringer viel zu hohen Gewicht und seiner Brille Kultstatus.

Nun plant der 50-jährige Edwards sein Comeback. Beim Neujahrsspringen am 1. Januar in Garmisch-Partenkirchen soll Eddie the Eagle als Vorspringer antreten. «Ich bin immer noch fit und in guter Form. Ich wollte das machen, bevor es physisch zu spät für mich ist. Das ist meine letzte Chance, um zu sehen, ob ich es noch kann», sagte er der britischen Zeitung «Gloucestershire Echo».

Er sei zwar etwas nervös, freue sich aber auch, so der zweifache Familienvater. Als leichtsinnig empfindet er seine Rückkehr auf die Schanze nicht. «Ich denke über das Risiko und alles nach, was schiefgehen kann», betonte der stark weitsichtige Brillenträger.

Zweimal Letzter in Calgary

1988 durfte Eddie the Eagle an den Olympischen Winterspielen in Calgary teilnehmen. Auf der Normal- und der Grossschanze wurde der britische Rekordhalter allerdings abgeschlagen Letzter. Diesen Platz holte der Exot schon bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf 1987, wo er mit 73,5 Metern die Olympia-Qualifikation erreichte.

Die Medien machten Edwards nach diesen Leistungen zum Medienstar «Eddie the Eagle». Dank seinen Auftritten bei Olympia, einer Autobiographie und verschiedenen Singles soll er über 400'000 Pfund verdient haben. Trotzdem musste er 1992 seinen finanziellen Bankrott erklären. Seine Skisprung-Karriere endete schon vorher. 1989 stürzte er in Innsbruck und brach sich das Schlüsselbein, worauf er trotz Versuchen, sich für die WM in Lathi zu qualifizieren, nicht mehr zurückkam.

Anläufe im Judo, Volleyball und Pferdesport

Dass er überhaupt beim Skispringen landete, war Zufall. Der gelernte Gipser wollte unbedingt an Olympischen Spielen teilnehmen. Nach gescheiterten Versuchen im Judo, Volleyball und im Pferdesport sah er 1986 die Übertragung der Vierschanzentournee, worauf er das Training aufnahm.

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