Lufthansa streicht Flüge: Edelweiss fliegt weiter nach Sharm al-Sheikh
Aktualisiert

Lufthansa streicht FlügeEdelweiss fliegt weiter nach Sharm al-Sheikh

Aus Angst vor weiteren Attentaten im Sinai stellen Fluggesellschaften Flüge nach Sharm al-Sheikh ein. Schweizer Airlines sind wachsam, fliegen aber weiter.

von
vro

Der Absturz eines russischen Metrojets auf dem Sinai hat weitreichende Folgen. Bereits kurz nach dem Absturz entschieden sich verschiedene Airlines, das Gebiet nicht mehr zu überfliegen. Auch die Swiss zählt dazu. Wenig später strich Grossbritannien sämtliche Flüge nach Sharm al-Sheikh. Am Donnerstag wurde schliesslich bekannt, dass britische Touristen evakuiert werden. Zudem fliegen alle Airlines der Lufthansa-Gruppe nicht mehr in den Sinai.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät derzeit nicht von Reisen nach Sharm al-Sheikh ab, warnt jedoch: «Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht das Risiko von Terroranschlägen jederzeit im ganzen Land, dies schliesst auch die Badeorte mit ein.»

Die Swiss selbst fliegt das beliebte Touristenziel nicht an, wie Sprecherin Karin Müller auf Anfrage sagt. «Die Flüge werden von Edelweiss durchgeführt.» Die Swiss fliege ohnehin seit längerem nicht über den Norden des Sinai. Seit kurzem ist das ganze Gebiet tabu. Dies ist aber eher eine Vorsichtsmassnahme. «Die Swiss führt derzeit keine Routen über das Gebiet. Aber um zu verhindern, dass bei einer unerwarteten Zwischenlandung, bei der von der geplanten Route abgewichen werden muss, das Gebiet dennoch in Betracht gezogen wird, haben wir es vorsorglich für unsere Flugplanung gesperrt», so Müller.

Stornierung, wenn Sicherheit beeinträchtigt ist

Bei Edelweiss bestätigt Sprecher Andreas Meier, dass die Flüge wie geplant stattfinden. Allerdings: «In Sharm al-Sheikh haben wir die Sicherheitsmassnahmen am Donnerstagmorgen auf die maximale Stufe erhöht.» Was das genau bedeutet, dürfe Meier nicht erläutern. Für die Reisevorbereitung der Passagiere ändere sich allerdings nichts. «Es gelten nach wie vor die üblichen Bestimmungen.»

«Die Lage wird von Edelweiss in Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden laufend beobachtet und beurteilt. Edelweiss wird sich weiterhin an den Reisehinweisen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) orientieren», teilt die Airline am Abend mit.

Edelweiss fliegt einmal wöchentlich nach Sharm al-Sheikh. Der nächste Flug startet am Freitag. «Dieser ist ausgebucht», sagt Meier. Stornierungen habe es bisher keine gegeben, allerdings hätten einige Passagiere nachgefragt, ob der Flug stattfinde. Um nach Sharm al-Sheikh zu gelangen, muss die Maschine das umstrittene Gebiet ganz im Süden überfliegen. Das bleibe vorerst so, sagt Meier. «Sobald jedoch die Sicherheit beeinträchtigt ist, werden wir eine Stornierung der Flüge in Betracht ziehen.»

Fast nur Stammkunden in Sharm al-Sheikh

Reiseveranstalter Kuoni hat derzeit 50 Schweizer Kunden, die sich in Sharm al-Sheikh befinden. Eine Evakuierung sei nicht geplant, sagt Kuoni-Sprecher Marcel Schlatter. «Wir beobachten die Lage jedoch kontinuierlich.» Derzeit sei noch völlig unklar, weshalb die Maschine genau abgestürzt sei. Bisherige Erklärungen seien Spekulationen und Gerüchte. Deshalb könne man im Moment nicht von einer Gefahr ausgehen. «Wir entscheiden aufgrund der Reisehinweise des EDA», sagt Schlatter. Rate dieses von Reisen nach Sharm al-Sheikh ab, werde man entsprechend reagieren. Vorerst werden jedoch weiterhin Schweizer in die ägyptische Feriendestination geflogen. Stornierungen habe es bisher keine gegeben.

Auch Tui Suisse hat derzeit 12 Schweizer Kunden, die sich in Sharm al-Sheikh befinden. Hurghada sei jedoch deutlich beliebter, erklärt Sprecher Roland Schmid. Auch Tui hat keine Evakuationen geplant. «Wir verfolgen die Lage jedoch aufmerksam.» Reisen nach Sharm al-Sheikh würden jedoch auch weiterhin planmässig durchgeführt. «Diejenigen, die nach Sharm al-Sheikh fliegen, sind ohnehin Stammkunden und Taucher. Es gibt praktisch keine Neukunden, die jetzt dorthin gehen», sagt Schmid. Von den Schweizern vor Ort habe man noch keine Bedenken oder Beschwerden erhalten.

Sind Sie in Sharm al-Sheikh oder können Sie nun Ihre Ferien nicht antreten? Dann schreiben Sie uns auf feedback@20minuten.ch

Ägyptens Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi ist am Donnerstag mit Grossbritanniens Premierminister David Cameron zusammengetroffen. Der Besuch in London wird vom Absturz des russischen Passagierflugzeugs am vergangenen Wochenende überschattet:

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