Edgar Oehler bündelt sein Imperium

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Edgar Oehler bündelt sein Imperium

Der Thurgauer Bauzulieferer Arbonia-Forster (AFG) übernimmt den Oberflächenverarbeiter STI Surface Technologies International. Beide Firmen werden von Edgar Oehler kontrolliert.

Der Kaufpreis für STI mit Sitz in Steinach SG beträgt maximal 86,8 Mio. Franken, wie Arbonia-Forster am Dienstag mitteilte. Fix vereinbart ist ein Baranteil von 62 Mio. Franken.

Hinzu kommen maximal 24,8 Mio. Fr. je nach Leistung der STI in den kommenden fünf Jahren, wie AFG-Verwaltungsratspräsident und Mehrheitsaktionär Edgar Oehler in Zürich vor den Medien erklärte.

Oehler im Ausstand

AFG übernimmt auch Schulden von STI über 56 Mio. Franken. Bei der Transaktion sei er im Ausstand gewesen, sagte Oehler. Gleiches gelte für Ernst Buob, AFG-Vizepräsident und Verwaltungsrat der STI.

Mit der Übernahme werde die Ertragskraft des Konzerns verbessert und dessen Abhängigkeit von der Baukonjunktur reduziert. Zudem expandiere die STI in den lukrativen asiatischen Markt, zwei Standorte in China seien bereits ausgewählt, sagte Oehler.

Die STI war 1957 als «Hartchrom AG» geründet worden. Seit 1998 befindet sie sich im Alleinbesitz von Oehler. Der frühere CVP- Nationalrat übernahm im Herbst 2003 auch die AFG mit Sitz im benachbarten Arbon TG. Nun hat er sich aus der operativen Führung von STI verabschiedet.

Die Frage, wann er sich auch aus der operativen Tätigkeit bei AFG zurückziehen wolle, liess Oehler offen. «Ich bin daran, Verantwortung abzugeben.» Zuerst müssten je ein Leiter für den Bereich Küchen & Kühlung sowie für STI gefunden werden, danach könne man weiter schauen. Einen Termin für seinen Rückzug nannte der 64-Jährige nicht.

Fünfte AFG-Division

Finanziert wird die Übernahme durch einen Kredit der UBS von bis zu 80 Mio. Franken, der Rest wird aus eigenen Mitteln beigesteuert. «Unter Umständen ist die Akquisition von STI bereits im Jahr 2008 für AFG gewinnverdichtend, sicher aber ab 2009», sagte Oehler.

STI erarbeitete 2006 einen Umsatz von 90 Mio. Fr. und beschäftigt weltweit knapp 650 Mitarbeitende. Werke befinden sich in der Schweiz, in Deutschland, den USA und Frankreich. Die AFG erwirtschaftete 2005 einen Umsatz von 1,123 Mrd. Fr. mit gut 4800 Beschäftigten. Für 2006 hielt Oehler am prognostizierten Rekordergebnis fest, denn die Übernahme erfolgt per 1. Januar 2007.

STI soll selbstständig geführt und als fünfte Division unter dem Namen Surface Technologies in die AFG integriert werden. Die AFG produziert Küchen, Kühlgeräte, Heizkörper und Stahlrohrtechnik. Letztere Sparte stellt wie die STI hauptsächlich technologie- und prozessgetriebene High-Tech-Produkte her.

Marge vorübergehend tiefer

Zwischen den fünf Sparten will AFG Synergien nutzen, wobei sich diese personell nicht auswirken sollen. Geplant sind Investitionen bei STI von rund 55 Mio. Franken. Dadurch soll der Umsatz bis 2011 um 60 Prozent auf 135 Mio. Fr. steigen. Die EBIT-Marge der Sparte werde aber vorübergehend von 13 auf 7 Prozent fallen, bis 2011 jedoch wieder 14 Prozent erreichen.

Analysten werteten die Übernahme positiv und schätzten den Preis als günstig ein. Bei Börsenschluss notierte die AFG-Aktie um 2,9 Prozent höher auf 540 Franken.

Die Zusammenführung des «Oehler-Imperiums» komme nicht überraschend, sagte ein Analyst. Oehler ist auch an der Gruppe beteiligt, welche die Bodenseeschifffahrt von den SBB übernimmt. Die AFG unterstützt zudem den Neubau des Fussballstadions in St. Gallen massgebend.

(sda)

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