Via sicura: Edle Raser-Autos kommen unter den Hammer

Aktualisiert

Via sicuraEdle Raser-Autos kommen unter den Hammer

Das neue Raser-Gesetz scheint Früchte zu tragen. Bei Versteigerungen im Baselbiet sind zunehmend teure Edel-Karossen zu haben.

von
Matthias Kempf
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Seit der Einführung des Anti-Raser-Gesetzes «Via sicura» werden an öffentlichen Versteigerungen zunehmend schnellere Autos angeboten.

Seit der Einführung des Anti-Raser-Gesetzes «Via sicura» werden an öffentlichen Versteigerungen zunehmend schnellere Autos angeboten.

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Das Prunkstück der Versteigerung vom Samstag 25. April in Lietsal ist ein Audi S3.

Das Prunkstück der Versteigerung vom Samstag 25. April in Lietsal ist ein Audi S3.

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Es werden aber auch vier Motorräder feilgeboten.

Es werden aber auch vier Motorräder feilgeboten.

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Ein Audi A6, ein BMW 120i oder ein Audi S3. Sie alle stehen am Samstag bei der Frühjahrsversteigerung des Fundbüros und Verwertungsdienstes Baselland zum Kauf bereit. Neben drei Motorrädern und rund 200 Velos sind die Autos die Hauptattraktion der Veranstaltung. Seit der Einführung des Anti-Raser-Gesetzes Via sicura Anfang 2013 ist es den Behörden möglich, bei groben Verkehrsregelverletzungen das Fahrzeug einer Person einzuziehen und zu verwerten. Das neue Gesetz spürt Berardino Barbati, Leiter vom Fundbüro und Verwertungsdienst Baselland: «Es ist tendenziell schon so, dass immer mehr schnelle Autos eingezogen werden.»

Wie viele Autos von Raserdelikten stammen, kann Barbati nicht genau beziffern. «Es sind aber mit Sicherheit einige darunter.» Zu finden seien auch Fahrzeuge, mit denen «Substanzen hin und her gefahren worden sind». Pro Jahr werden rund acht Autos an öffentlichen Versteigerungen feilgeboten. «In unserem Lager haben wir um die 45 Fahrzeuge, die beschlagnahmt und sichergestellt wurden», so Barbati. Bei diesen sei das Verfahren aber noch hängig, weshalb sie nur sukzessive verkauft und abgegeben werden könnten. «Im Lager ist alles dabei. Von schmucken Kleinwagen über schrottreife Kombis bis hin zum Lastwagen.»

Ein Schnäppchen für den Bürger

Das Mindestgebot für die motorisierten Fahrzeuge liege bei 20 bis 30 Prozent unter dem Euro-Taxwert, der den Wert eines Gebrauchtwagens beziffert. «Wir legen Wert darauf, dass der Bürger die Möglichkeit hat, ein Schnäppchen zu tätigen», so Barbati. Für ihn sei wichtig, dass die Aufwandkosten der Behörden für die Versteigerung gedeckt würden. Zur Frühjahrsversteigerung kämen im Schnitt zwischen 300 und 400 Personen. Die meisten seien über die Preisstrukturen der Fahrzeuge informiert, weshalb kaum ein Verkaufspreis über dem Wert bezahlt würde.

Bei den beschlagnahmten und dann angebotenen Autos handle es sich oftmals um Audis oder BMWs, sagt Barbati. Luxuskarossen wie Ferraris seien eine Seltenheit: «Einen Ferrari haben wir etwa alle zehn Jahre im Angebot.» Ein solcher würde im Normalfall nicht an einer öffentlichen Versteigerung angeboten, da die Käufer den Betrag bar begleichen müssten. Mit dem Freihandangebot hat Barbati die Möglichkeit durch andere Absatzkanäle auf das Gefährt aufmerksam zu machen, zum Beispiel durch eine Annonce auf der Homepage oder einem Inserat in einer Verkaufsplattform. «Es soll jeder die Möglichkeit haben, ein teures Auto zu ersteigern, egal ob es sich um eine alleinerziehende Mutter oder einen einfachen Arbeiter handelt.»

Die öffentliche Versteigerung findet am Samstag, 25. April ab 10.15 Uhr an der Oristalstrasse 100 in Liestal statt.

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