Aktualisiert 01.04.2010 09:49

Krisenfeste FinanzanlageEdle Tropfen in harten Zeiten

Wein kaufen lohnt sich nicht nur für Geniesser, sondern auch für Anleger. In guten Zeiten bringen edle Tropfen hohe Renditen, und in der Rezession senken sie das Risiko im Portfolio stark.

Jean-Philippe Weisskopf und Philippe Masset analysierten die an Weinauktionen in den USA gehandelten Preise von 1996 bis 2009, wie die Uni Freiburg mitteilte. Sie stellten verschiedene Weinindexe zusammen und verglichen ihre Wertentwicklung mit dem Russell 3000, einem Kursindex, in dem 3000 grosse US-Unternehmen enthalten sind.

Der Aktienindex stieg zwar von 1996 bis 2000 stärker als der allgemeine Weinindex der beiden Forscher. Doch von 2001 bis 2003 machte er einen tiefen Taucher. Der Weinindex dagegen stieg weiter. Weder die Terroranschläge in New York noch das Platzen der Internetblase hätten grosse Folgen gehabt auf die Weinpreise, schreiben die Forscher.

Tieferes Absturzrisiko

Von 2005 bis 2008 verdoppelte sich der Wert des allgemeinen Weinindexes. Von Mitte 2008 bis Januar 2009 fiel der Index wegen der Finanzkrise um 17 Prozent. Aber in derselben Zeitperiode stürzte der Russell 3000 um satte 47 Prozent ab.

Insgesamt habe Wein im Portfolio höhere Renditen gebracht und tiefere Risiken beinhaltet als der Russell-3000-Index, berichten Weisskopf und Masset in ihrer von der «American Association of Wine Economists» publizierten Studie. Das gelte vor allem in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs.

Neben dem allgemeinen Weinindex stellten die Forscher auch Portfolios zusammen, die sich auf bestimmte Preisklassen oder Weinregionen konzentrierten. Weine für unter 200 US-Dollar die Flasche zum Beispiel brachten über die gesamten 13 Jahre eine Rendite von 120 Prozent, solche für unter 100 Dollar 170 Prozent.

Gefragte Franzosen

Sehr edle Tropfen für über 200 Dollar oder gar über 400 Dollar die Flasche - beispielsweise Château Petrus oder Château Haut-Brion - verdrei- oder vervierfachten ihre Preise in den 13 Jahren sogar. Der Nachteil: Sie verloren dafür während der Finanzkrise deutlich mehr als die günstigeren Weine.

Die einzelnen Weinregionen folgten dem Aufwärtskurs des allgemeinen Weinindexes, aber die Unterschiede zwischen den Anbaugebieten waren gross: US-Weine stiegen um 63 Prozent, italienische um 125 Prozent. Noch besser schnitten französische Weine ab: Bordeaux und Burgunder verdoppelten ihren Wert, Côtes du Rhône verdreifachten ihn gar.

(sda)

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