Aktualisiert 05.10.2006 18:17

Egoisten haben ein Problem im Kopf

Egoistisches Verhalten wird vom vorderen Stirnlappen gesteuert, wie Forscher der Universität Zürich herausfandne. Je schlapper der Stirnlappen, desto egoistischer der Mensch.

Untersucht wurde das Verhalten von Versuchspersonen, die sich entscheiden mussten, ob sie das unfaire Verhalten eines Partners auf eigene Kosten bestrafen wollten. Beim Verhängen einer Strafe musste die Person deshalb den materiellen Eigennutz unter Kontrolle halten, wie die Universität Zürich am Donnerstag mitteilte.

Bei einigen Probanden beeinflusste das Forschungsteam der Universität Zürich mit Magnetstimulation kurzfristig den vorderen Stirnlappen. Diese konnten ihren Eigennutz weit weniger kontrollieren als Probanden, bei denen keine Stimulation erfolgte.

Unabhängig davon fanden alle Probanden das Verhalten des Verhandlungspartners als sehr unfair. Das Experiment zeige, dass nicht das Urteilen über Fairness verändert werde, sondern sich die Fähigkeit reduziere, den materiellen Eigennutz im Dienste der Fairness zu unterdrücken, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Resultate sind laut Mitteilung auch bei Jugendlichen interessant. Bei Jugendlichen ist der vordere Stirnlappe noch nicht voll entwickelt, dies könnte deren oft durch Impulse und unmittelbaren Eigennutz gekennzeichnetes Verhalten erklären. Die Studie erschien im Wissenschaftsmagazin «Science».

(sda)

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