David gegen Goliath: EHC Thun baut fürs Cup-Derby Stadion um
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David gegen GoliathEHC Thun baut fürs Cup-Derby Stadion um

Am 1. Oktober trifft der kleine EHC Thun im Eishockey-Cup auf den grossen SCB. Weil der Ansturm auf die Tickets so gross ist, baut der Verein sogar eine zusätzliche Tribüne.

von
Nora Camenisch

Es ist wohl der Traum jedes Eishockey-Amateurspielers im Kanton Bern: Einmal im Leben gegen den SCB auf dem Eis stehen. Für die Spieler vom Erstligisten EHC Thun wird dies am 1. Oktober wahr. Sie dürfen beim ersten Cup seit 48 Jahren gegen den 13-fachen Schweizer Meister ran. «Wir freuen uns alle riesig», sagt Sportchef Alex Reymondin.

Damit am 1. Oktober alles perfekt ist für das Spiel, laufen die Vorbereitung auf der Kunsteisbahn Grabengut derzeit auf Hochtouren. Um dem Zuschaueransturm gerecht zu werden, baut man im Oberland in den nächsten Wochen sogar extra eine neue Tribüne auf. «Über dem Beizli schaffen wir mit Gerüsten mehr Platz für Zuschauer.» So können im Grabengut rund 2500 Fans den Match verfolgen. Dennoch sind bereits fast alle Tickets weg.

15'000 Franken für bauliche Massnahmen

Doch der Platz ist nicht das einzige Problem in Thun. Das neue Hooligan-Konkordat sieht vor, dass für dieses Spiel eine Bewilligung eingeholt werden muss. «Die haben wir zum Glück erhalten», so Reymondin. Dennoch bleibt die Sicherheit ein Thema. «Wir müssen die SCB-Fans von unseren trennen. Deshalb werden zwei Drittel der Stehplatz-Tribüne den Bernern gehören.» Zudem sind weitere bauliche Massnahmen fällig: Ausgänge müssen verbreitert und mittels Gerüsten zusätzliche Notausgänge geschaffen werden. «Wir investieren rund 15'000 Franken in bauliche Massnahmen», sagt Reymondin. Diese werde man durch die Ticketverkäufe wieder reinholen.

SCB schickt eigene Security

Auch auf die Unterstützung aus Bern können die Thuner zählen. Weil die SCB-Fans einen Fanmarsch zum Stadion planen, hat der Club angeboten, seine eigenen Sicherheitsleute mit ins Oberland zu schicken. «Die Security des SCB wird den Marsch begleiten. Darüber sind wir sehr froh, denn sie kennen ihre Fans am besten.» Reymondin rechnet nicht mit Ausschreitungen.

Trotz den intensiven Vorbereitungen bleibt man im Oberland gewohnt bodenständig. «Wir wollen gewinnen, sonst können wir gleich zuhause bleiben. Aber wir bleiben dennoch realistisch.» Zusätzliche Trainings kommen in Thun nicht in Frage: «Das Eis gehört nicht uns - wir können nicht trainieren, wann wir wollen. Ausserdem sind die Spieler alle berufstätig.» Und eines dürfe man ob all dem Trubel auch nicht vergessen: Die Meisterschaft sei wichtiger als das Cupspiel.

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