Beziehungsdelikt im Tessin: Ehefrau-Mörder soll lebenslang hinter Gitter
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Beziehungsdelikt im TessinEhefrau-Mörder soll lebenslang hinter Gitter

Der 33-jährige Tessiner, der seine schwangere Ehefrau tötete und in den Comer See warf, soll wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt werden. Dies forderte die Tessiner Staatsanwältin Rosa Item in ihrem Plädoyer.

An dieser Stelle wurde der Leichnam von Beatrice S. angeschwemmt.(Bild: EPA/Carlo Pozzoni)

An dieser Stelle wurde der Leichnam von Beatrice S. angeschwemmt.(Bild: EPA/Carlo Pozzoni)

Die Staatsanwältin bezichtigte den 33-jährigen Physiotherapeuten eines besonders skrupellosen, perversen und egoistischen Vorgehens. Der Angeklagte habe einen diabolischen Plan im Kopf gehabt, sagte Item. Er hätte nichts Schrecklicheres tun können. Strafmildernde Elemente gebe es keine.

Der Physiotherapeut aus dem Mendrisiotto hatte am 25. März dieses Jahres seiner im vierten Monat schwangeren Ehefrau einen Tee verabreicht, in den er Schlaftabletten gemischt hatte. Als sie einschlief, erstickte er sie mit einem Pullover. Später warf er den Leichnam in den Comer See.

Nach der Tat verschickte er mit dem Handy seiner Frau tagelang SMS, in denen er der Verwandtschaft weismachen wollte, sie habe ihrem Mann und dem gemeinsamen, sieben Jahre alten Sohn nach einem Streit den Rücken gekehrt. Man solle sie nicht suchen, lautete der Tenor der SMS.

Angst vor finanziellen Folgen einer Scheidung

Doch die Familienangehörigen wurden stutzig und schalteten die Polizei ein. An Ostern wurde der Physiotherapeut schliesslich verhaftet. Es stellte sich heraus, dass er eine Affäre mit einer Ärztin hatte, die in der gleichen Klinik arbeitete wie er.

Weil er die finanziellen Folgen einer Scheidung von seiner vier Jahre älteren Frau fürchtete, plante er, sie zu töten, so die Anklage. Ihr Verschwinden hätte wie ein Selbstmord inszeniert werden sollen. «Er betrachtete seine Frau als Problem, das aus der Welt geschaffen werden musste», sagte Item.

Der 33-Jährige hatte den Vorwurf, den Mord mit Vorbedacht begangen zu haben, während des Prozesses stets abgestritten. Er habe seine schwangere Frau in einem Wutanfall getötet, lautet seine Version.

Das Urteil des Geschworenengerichtes Mendrisio, das in Lugano tagt, wird voraussichtlich am Mittwoch oder Donnerstag gefällt.

(sda)

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