Aktualisiert 09.02.2015 18:46

Illnau-Effretikon ZH

Ehefrau und Liebhaber wollten Familienvater töten

Nur mit Glück überlebte Beat Hofer eine Messerattacke beim Gassigehen. Nun wurden seine Ehefrau und ihr Liebhaber wegen ihres brutalen Plans verurteilt.

von
wed
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Auf diesem Feldweg ging Beat Hofer* am 17. Januar 2013 spazieren, als er von zwei Unbekannten attackiert wurde. *Name geändert

Auf diesem Feldweg ging Beat Hofer* am 17. Januar 2013 spazieren, als er von zwei Unbekannten attackiert wurde. *Name geändert

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Der mutmassliche Tatort auf dem Grütweg.

Der mutmassliche Tatort auf dem Grütweg.

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Blick auf Unterillnau.

Blick auf Unterillnau.

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Es war ein rätselhafter Fall. Der Familienvater Beat Hofer* war im Januar 2013 mit seinem Hundunterwegs, als er plötzlich von zwei Unbekannten brutal angegriffen wurde. Mit einem Messer und einer Eisenstange fügten sie dem damals 37-Jährigen lebensgefährliche Verletzungen zu. Zuerst glaubte er, er sei ein Zufallsopfer gewesen. Wenige Monate später wurden aber seine Ehefrau sowie zwei Männer von der Polizei verhaftet. In den Medien wurde spekuliert, dass seine Frau die beiden Messerstecher angeheuert hatte.

Bei den Ermittlungen kam jedoch heraus, dass es sich bei den Angreifern um den Liebhaber der Ehefrau und einen Komplizen gehandelt hatte. Die Staatsanwaltschaft erachtete dieses brutale Vorgehen als versuchten Mord und beantragte für die Ehefrau 16,5 und für den Liebhaber 14,25 Jahre Haft. Bei dem Komplizen forderte der Staatsanwalt fünf Jahre Freiheitsstrafe wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Die Anwälte der Täter plädierten auf einfache Körperverletzung mit höchstens drei Jahre Gefängnis – bei der Ehefrau gar auf Freispruch. Die Verhandlung wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit sowie der Presse abgehalten.

Gericht: Ehefrau und Liebhaber wollten ihn töten

Für das Bezirksgericht Pfäffikon ZH ist es klar, dass die Ehefrau und ihr Liebhaber einen Plan geschmiedet haben, um Beat Hofer umzubringen. Deshalb sprach das Gericht beide Angeklagten der vorsätzlichen Tötung schuldig und bestrafte die Ehefrau mit 11 und den Liebhaber mit 8,5 Jahren Haftstrafe, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst. Der Komplize wurde zu 4 Jahren verurteilt – wegen schwerer Körperverletzung. Letzterer muss die Strafe aber nicht absitzen, sofern sich seine bereits angelaufene Suchtbehandlung als erfolgreich erweist. Gegen die Entscheide des Gerichts können die Verurteilten nun Berufung einlegen.

*Name geändert.

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